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Nate Dogg gestorben

Wie MTV News heute mitteilte, ist der US-Sänger und Rapper Nate Dogg gestern (15. März 2011) an einem Schlaganfall gestorben. Der Rapper aus Long Beach mit der markanten Stimme – die jedem G-Funk Song seiner 213-Clique um Warren G und Snoop Dogg erst das gewisse etwas verlieh – wurde nur 41 Jahre alt.

Rest in Peace, Nathaniel Dwayne Hale!

 

 

 

 

Nate Dogg feat. Warren G – Nobody does it better

Warren G: „The G Files“

Anfang der 90er Jahre haben Warren G und sein Halbbruder Dr. Dre mit ihren Rap-Produktionen eine Welle losgetreten mit der die amerikanische Westküste auch heute noch assoziiert wird: „Gangsta-Funk“. Während sich das Genre inhaltlich mit Straßenthemen wie Sex, Drogen und Gewalt auseinandersetzt, sind es besonders die extrem entspannten Beats mit verlangsamten Funk-Samples aus dem P-Funk Repertoire von George Clinton und Parliament-Funkadelic, die diesen Sound auszeichnen. Ende 2009 legt G-Funk-Guru Warren G nun sein siebtes Album vor. The G-Files heißt die Scheibe, auf der neben seinen Dogg-Freunden Nate und Snoop von der 213 Crew aus Long Beach unter anderem auch Raekwon vertreten ist. Lange ist es her, seit Warren G uns mit genialen Arrangements versorgt hat. Und das bleibt auch nach den bevorstehenden 50 Minuten des Mittelmaßes so. Die einzelnen Tracks sind einfach zu eintönig und wirken zu wenig innovativ, um sich vom aktuellen Einheitsbrei abzusetzen. Positiv erscheinen zunächst noch der Westcoast-Representer West Is Back, Warren Gs unnachahmlich easy geflowte Rapeinlage bei Drinks Ain’t Free und die beiden besten Stücke: 100 Miles And Runnin und Skate Skate. Auch ein Snoop Dogg kann nichts daran ändern, dass Swagger Rich und Crush seichtester R’n’B sind. Negatives Highligt markiert unüberhörbar das geschmacklose Stück Ringtones. Dass der bald 40-jährige Warren am liebsten high in der Nachbarschaft unterwegs ist (Let’s Get High), besorgt eher, als dass es Laune macht. Immerhin bekommt er dabei Unterstützung des tätowierten Blink 182 Drummers Travis Barker. Einzig Suicide zeigt in Bruchstücken die Basiselemente des klassischen G-Funks auf, ansonsten fallen The G-Files musikalisch eher aus dem Rahmen. Was Warren Griffin hier anbietet klingt schwer nach D-Funk: „Durchschnitts-Funk“.

Andreas Margara (27. November 2009)

La Coka Nostra: „A Brand You Can Trust“

La_Coka_Nostra_A_Brand_You_Can_Trust_Suburban_Noize_RecordsNein, bei den fünf weißen Burschen von La Coka Nostra handelt es sich nicht um die gecastete Gewinnertruppe der White Rapper Show. Vielmehr ist das Projekt eine vorübergehende Reunion des House-of-Pain-Trios Danny Boy, Everlast und DJ Lethal, zu dem sich außerdem noch Ill Bill von Non Phixion und Slaine von Special Teamz gesellen. Ein staubtrockenes Hardcore-Konglomerat, das unlängst den Anspruch hegt, eine neue HipHop-Supergroup zu sein. Schon das CD-Cover ist mit Knarren und Totenkopf derart bedrohlich gestaltet, dass man es sich am liebsten als Backpatch auf seine Rocker-Kutte aufbügeln möchte. Eröffnet wird A Brand You Can Trust dann auch nicht ganz überraschend mit einem Gitarrenriff, auf das Everlast kratzbürstenartig seine markante Membran zum Einsatz bringt. Den letzten Schliff verpasst dem Ganzen Sen Dog von Cypress Hill und so ist das Blut mit Bloody Sunday bereits gut in Wallung geraten. Dass das auch weiterhin so bleibt, dafür sorgen die meist treibenden Produktionen, die größtenteils von Limp-Bizkit-Mitglied DJ Lethal stammen. Eine kleine Verschnaufpause gibt es zwischenzeitlich nur durch das Leierkasten-Sample von Bang Bang, auf dem Snoop Dogg als reimender Gast auftritt. The Stain setzt wieder verstärkt auf Gitarrenklänge und Everlast kann sich hier als flexible Komponente innerhalb der Familia präsentieren, indem er zwischen rauchigen Gesangsparts und harten Raps switcht. Zu den stärkeren Tracks des Albums gehört I’m An American, wobei mit B-Real gleich der zweite Rapper vom befreundeten Cypress Hill gastiert. Inhaltlich ist der Einfluss des Straßenlebens in Lateinamerika und Los Angeles kaum zu überhören, weshalb LKN des Öfteren Tony Montana würdigen und stets Drogen und Gewalt thematisieren. Hinter aller Aggressivität bergen die Titel durchaus auch Gesellschaftskritik, zum Beispiel wenn Immortal Technique sich für Nuclear Medicinemen in die endlos lange Featureliste einträgt. Zu den Highlights der brachialen Scheibe zählt definitiv der von Alchemist gezimmerte Beat Choose your Side, auf dem Everlast raptechnisch zwar schwächelt, Ill Bill und Bun B von den Underground Kingz aber kompromisslos in die Presche springen. Ein Album das zwar nicht vom allergrößten Schlag ist, allerdings den Status von La Coka Nostra als Supergroup manifestiert.

Andreas Margara (21. September 2009)