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12.09.18 Oddisee @ Alte Feuerwache Mannheim

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Amir Mohamed el Khalifa alias Oddisee gehört zu jenen US-Rappern, für die Gesellschaftskritik einen größeren Stellenwert hat als Fast Cars, Bling Bling und die Beweihräucherung des eigenen Egos. Der Rapper und Musiker mit sudanesischen Wurzeln featured auf seinen Platten dann auch konsequenterweise Künstler wie Kendrick Lamar oder J. Cole. Er hat eine Reihe sehr gefragter Mixtapes veröffentlicht und kann auf Tourneen mit u.a. The Roots, De La Soul, Talib Kweli und vielen anderen zurück blicken. Sein preisgekröntes Debütalbum „People Hear What They See“ erhielt den iTunes Music Award für das beste Hip Hop-Album 2012.

In der Feuerwache spielt Oddisee spielt eine exklusive Deutschland-Clubshow mit DJ!

Klub Feuerwache
Einlass 20.00 Uhr / Beginn 21.00 Uhr
VVK 20 € (zzgl. Gebühren) / AK 25 €

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19.11.17 Oddisee @ Karlstorbahnhof Heidelberg

oddisee-161414Etwas Underground ist Oddisee bis heute noch. Und das trotz iTunes Music Award für das “beste Hip-Hop/Rap Album 2012”, Tourneen mit Rap-Legenden wie The Roots und Features für Flying Lotus. Seine Musik: Ein geniales Crossover aus technisch großem Rap und modernem Jazzsound a la A Tribe Called Quest. Wer auf Rap mit einer ordentlichen Portion Soul steht, sollte sich den Termin im Karlstorbahnhof nicht entgehen lassen!

PRÊT À ÉCOUTER 2017
Karlstorbahnhof Heidelberg
Einlass 20.00 Uhr | Beginn 21.00 Uhr
Eintritt AK 25 €, VVK 20 € + VVK-Gebühr
Ticketlink: http://bit.ly/oddisee1911

26.9.15: Backpackers Live! mit Oddisee @ Karlstorbahnhof Heidelberg

oddiseeFeinster Underground Rap: Oddisee lIve im Karlstorbahnhof Heidelberg. Direkt im Anschluss Rap-Party mit DJ Blastar & Fader Lustig.

Etwas Underground ist Oddisee bis heute noch. Und das trotz iTunes Music Award für das “beste Hip-Hop/Rap Album 2012”, Tourneen mit Raplegenden wie The Roots und Features für Flying Lotus. Das jetzt neu erschienene Album „The Good Fight“ (VÖ: Mai 2015) ist immerhin schon sein zehntes. Was es ist? Ein geniales Crossover aus technisch großem Rap und modernem Jazzsound a la A Tribe Called Quest. Wer auf Rap mit einer ordentlichen Portion Soul steht, sollte sich den Termin im Karlstorbahnhof nicht entgehen lassen!

Saal: Backpackers Tribute
w/ Oddisee (Live) + DJ Blastar & Fader Lustig

Klub: ZEIT/LOSE X AVA Label Night
w/ Damiano von Erckert, Hodini aka Hulk Hodn & Funkycan aka Am Kinem

Foyer: Chop Suey Club

Abendkasse: 10 €.

Oddisee mit Good Company (Karlstorbahnhof Heidelberg)

Oddisee ist Produzent und Rapper in Personalunion. Eine gefragte Adresse ist er zurzeit in beiden Disziplinen. Auf Tour setzt der Künstler dennoch auf schlagkräftige Begleitung in Form der fünfköpfigen Band Good Company. Beim prêt à écouter Festival in Heidelberg waren wir dabei.

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Die organischen Arrangements von Oddisee tragen die Noten musikalischer Meisterwerke. In puncto Rap hat der Beat-Producer aus Washington D.C. an seinen Skills gefeilt und vor allem seinen Flow verbessert. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an den vielseitigen Hochkaräter im gut besuchten Karlstorbahnhof.

Die ausgezeichnete Ein-Mann-Show mit Band

Beim Blick auf die mit Instrumenten übersäte Bühne stellte sich zunächst die Frage, wie die Ein-Mann-Show Oddisee wohl innerhalb einer Band funktioniert. Ausgezeichnet, um das gleich mal vorneweg zu nehmen. Obwohl mit Richard Patterson an der MPC extra eine Perkussivposition für Drumcomputer vertreten war, kam der markante Flavor von Oddisees Sample-Sound über den gesamten Abend gesehen jedoch leider etwas zu kurz. Denn trotz der ungeahnten Entertainer-Qualitäten von Amir Mohamed el Khalifa und jazzhaft-genialen Improvisationsmomenten mit Good Company, fehlte hin und wieder der staubtrockene MPC-Sound, der mit den feinen Nuancen der Produktionskunst oder einfach unverfälscht pur durch die Boxen birst.

Auch wenn Oddisee schon unzählige Veröffentlichungen auf dem Kerbholz hat, erschien im letzten Jahr mit People Hear What They See sein allererstes Studioalbum. Brandneue Tracks hatte der Globetrotter auch im Gepäck. Erst Anfang November kam Tangible Dream auf den Markt

Im Kontext der Band erklangen alle Songs, die Oddisee heute präsentierte, ohnehin in völlig neuem Gewand. Neben Jon Laine an den Drums und Dennis Turner am Bass sorgten besonders die gesangsstarken Good-Company-Mitglieder Olivier DaySoul an der Gitarre und der quirlige Ralph Washington an den Keys für abwechslungsreiche Show-Einlagen mit Ausflügen zu Funk, Rock und Sopran-Soul R&B.

He’s super-freaky

Immer wieder fruchteten die freundlichen Schäkereien der sympathischen Sechs auf der Bühne in spontane Sessions, bei denen unter anderem plötzlich Rick James Superfreak angestimmt oder Zwischenrufe aus dem begeisterten Publikum aufgenommen und in das Set integriert wurden.

Auch wenn der Schwerpunkt auf den live-tauglicheren Uptempo-Nummern lag, gab es zwischendurch ausreichend Platz für die starken nachdenklicheren Stücke, wie das von einem Aretha-Franklin-Sample getragene Paralyzed oder das Großstadt-symphonische Own Appeal(Pflichtstück 2013 für jedes mobile Abspielgerät!).

Wenn auch in etwas anderer Form als vielleicht erwartet, konnten die Heidelberger einen erstklassigen Auftritt des Rappers Oddisee sehen, der mit seiner Band im Rücken großes Entertainment bot. Auch 2014 wird es sicher wieder einiges vom ambitionierten Multitalent zu hören geben.

J.R. & PH7: „The Update“

Auf The Standard, dem Debütwerk des in Köln ansässigen Produktions-Duos J.R. & PH7, übergab sich das Who’s Who der amerikanischen Underground-Rap-Szene wie bei einem Staffellauf das Mic. Mit The Update liegt nun die Fortsetzung der Übersee-Connection bereit und wieder sind gestandene Größen wie Edo G, Elzhi und Evidence als auch ambitionierte Rookies wie Trek Life, Oddisee und Access Immortal auf der Domplatte vertreten. Nach bewährter Manier hat sich J.R. wieder durch sein soulhaltiges Arsenal alter Platten gediggt und diese auf seiner MPC aufbereitet, während PH7 diese Samples (alles andere als geschmacksneutral) mit dem Mac gesequenzt hat. Das Eröffnungsstück und gleichzeitig erste Singleauskopplung Bow Down ist ein funky Kopfnickerbrett, bei dem der raptechnisch schwache Reimpart von Evidence gekonnt von L.e.g.a.c.y. überspielt wird. Während Toraes von Melancholie durchtränktes Do For You oder Shawn Jacksons She Loves Me äußerst mellow arrangiert sind, hat J.R. für Termanology und Edo G ein bangendes Boom Bap Brett aus seinem Board gezaubert, das mit innovativ eingesetzten Orgelversatzstücken verziert ist. Kommt das soulvolle Freedom noch mit Vocalsamples als Gesangschor aus, sind mit Olivier Day Soul und den beiden deutschen Sängerinnen Larissa Sirah und Rachel Scharnberg gleich drei Soul-Features vertreten. Insgesamt ein smoothes aber adäquates Update von The Standard, das produktionstechnisch eines der Higlights 2010 markiert!

Diamond District (Halle-01 Heidelberg)

Dass HipHop mehr als nur Musik ist wird auf den TRU!-Veranstaltungen verdeutlicht. Hier treffen Beats auf urbane Kunst, so dass die Kultur als Ganzes repräsentiert wird. Für die mittlerweile siebte Session wurde Heidelberg kurzerhand zum Diamantendistrikt auserkoren. Neben einer Ausstellung, bei der es diesmal Kunstschätze aus dem Bereich Graffiti zu sehen gab, waren die Rapper von Diamond District zu Gast in der Halle-01.

Für die künstlerische Gestaltung der Halle-01 zeigten sich heute der Fotograf Ruedione und die Herausgeber des ersten Heidelberger Graffitimagazins Moestwanted verantwortlich. Das Mag befindet sich nunmehr im verflixten siebten Jahr – Grund genug also, in einem kleinen best-of einen Einblick in die bisherigen Veröffentlichungen zu gewähren. Auf den an den Wänden installierten Flatscreens gab es im Wechseltakt vorwiegend S-Bahnen zu sehen, die individuelles Reisen mit der Deutschen Bahn dank der farbenfrohen Außenkreationen mal anders präsentierten. Als ehemaliger Writer zeigte Ruedione Schwarzweiß-Fotografien, mit denen er die Atmosphäre seiner nächtlichen Aktivitäten visualisiert hat.

Der musikalische Live-Teil wurde anschließend von Rapper Trek Life eröffnet. Mit seinen bassintensiven Beats sorgte der Mann aus Los Angeles zwar für nickende Köpfe in der für Mittwochabend sehr gut gefüllten Halle, die Boxen überraschte er damit allerdings und brachte sie ein wenig in Verlegenheit. Anschließend betraten die drei Rapper XO, YU und Oddisee von Diamond District die Bühne. Ihr Bandname ist eine Anspielung auf ihre Heimat District of Columbia, dessen deutlicher Gesellschaftskontrast zwischen arm und reich ein wichtiger Bezugspunkt für ihre Texte ist.

Mit ihrem Album In The Ruff hat das Trio im letzten Jahr für großes Aufhorchen gesorgt – DJ Premier ehrte es sogar in seiner persönlichen Auswahl der besten Rapalben 2009. Für die durchweg hochwertigen Produktionen des Long Players zeichnet sich das Multitalent Oddisee verantwortlich. Neben Jazz- und Soulsamples leben seine Beats besonders von den knackenden Drums, die der Soundkulisse den Charakter von Boom Bap aus dem „Golden Age“ der 90er Jahre verleihen. Auf den Tracks In the Ruff und First Time zeigten die Mannen aus Washington heute, dass sie nicht nur rappen können, sondern auch Gesangstalent haben. DJ Quartermaine legte die Diamantnadel aber nicht nur auf Vinyl der Diamond Crew, sondern ließ Oddisee auch seine Solotracks performen.

Mit I Mean Business neigte sich der sehenswerte Auftritt dann dem Ende entgegen. Das nachfolgende Gedränge am Merchandisestand konnte dann schließlich nur noch als Indiz dafür gedeutet werden, dass in Heidelberg nun vollends das Diamantenfieber ausgebrochen ist.

Andreas Margara (25. Februar 2010)

für regioactive.de

Diamond District live in Heidelberg (gefilmt von THE24HFOCUS)