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Abgesagt! 10.03.17: MC Rene live @ Karlstorbahnhof Heidelberg

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40 Jahre lang hat er seinen Nachnamen falsch ausgesprochen, bis die Reise ins Land der Vorfahren für eine erstaunliche Erkenntnis sorgt. Nun widmet MC Rene aka Rene El Khazraje seinem Familiennamen ein ganzes Album (Lautschrift: kasrasch). Und beschenkt sich damit obendrein noch selbst zum vierten runden Geburtstag diesen September. Ein MC Rene wie man ihn kennt. Ernst in dem was er macht, und dennoch immer zu Scherzen aufgelegt.

Anfang des Jahres ist er erstmals überhaupt nach Marokko gereist, in das Land seiner Ahnen, um zusammen mit Deutschlands profiliertestem Underground-HipHop-Produzenten Figub Brazlevič das Album „Khazraje“ aufzunehmen. Diese prägende Zeit in Marrakesch bei seinen Verwandten, die Musik der Gnawa und die täglichen Rufe des Muezzins hinterließen nicht nur einen Haufen neuer kultureller Eindrücke, sondern auch 14 schwergewichtige musikalische Spuren.

Orientalische Elemente und arabische Skits ergänzen die teils gut abgehangenen und zurückgelehnten, teils sommerlich jazzigen Beats und machen „Khazraje“ so zu einem ganz besonderen, persönlichen Geburtstagsgeschenk. Zu den ausgesuchten Gästen auf dem Album zählen u.a. Retrogott (Huss & Hodn) und Toni L (Advanced Chemistry).

In gewisser Weise stellt das Album eine Wiedergeburt dar. Gelassen und souveräner denn je präsentiert sich der Halbmarokkaner auf seinem neuen Album, dem man die pure Leidenschaft als texteschreibenden MC in jeder Zeile entnimmt. Die Texte sind positiv nach vorn gerichtet, lassen aber doch die nötige Portion Reife kurz vorm Geburtstag 4.0 durchschimmern.

10. März 2017: Karlstorbahnhof Heidelberg
Eintritt: AK 18 €, VVK: 15 € + VVK-Gebühr
Einlass: 20 Uhr | Beginn: 21 Uhr
Ticketlink: http://bit.ly/MCRene1003M

Aftershowparty mit DJ MikiLeaks

15.10.16: Homeboy Sandman live @ Alte Feuerwache Mannheim

hsandmanSpätestens mit seinem dritten Werk „The Good Sun“ überzeugt Homeboy Sandman nicht nur Underground-Nerds und Blog-Surfer, sondern auch das Stones Throw-Oberhaupt Peanut Butter Wolf: „Es gibt ganz klar gewisse Nuancen, die an die Golden Era erinnern, aber ich sehe Sandman nicht als einen Rapper an, der in dieser Zeit feststeckt. Er ist eben progressiv.“ Welche Qualitäten führen zu dem Signing? „Selbstvertrauen. Wortspiel. Energie. Positive Einstellung.

Im Rahmen von Enjoy Jazz kommt der Rapper am 15. Oktober 2016 nach Mannheim in die Alte Feuerwache.

EINLASS 20.00 UHR / BEGINN 21.00 UHR
VVK 15 € (ZZGL. GEBÜHREN) / AK 18 €
TICKETS

 

Homeboy Sandman – Unforgettable 

12.04.16: Nneka live @ Alte Feuerwache Mannheim

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HipHop-Legende Nas nannte sie eine unglaubliche und großartige Künstlerin. Questlove von den Roots ist ihrem Gesang verfallen. Die Sunday Times sagte schon von ihrem Debütalbum, es sei mindestens so gut wie „The Miseducation of Lauryn Hill“. Heute, vier Platten später, ist Nneka ein internationaler Star. Und wenn Musik eine Waffe ist, so wie die legendäre Fela-Kuti-Dokumentation „Music Is The Weapon“ andeutet, dann ist sie definitiv ein Meisterstück im Arsenal der Musik. Was die Sängerin ausmacht? Eine große Stimme, verdammt viel Herz, brisante Texte und vor allem dieser unbändige Wille, positive Energie zu verbreiten – in jedem Land, jedem Ort, ja, jedem Fleck auf dieser großen Welt. Dieses Jahr erschien mit „My Fairy Tales“ ein Konzeptalbum, das sich mit dem Leben von Afrikanern in der Diaspora und ihren Problemen beschäftigt. Die Musik basiert dabei überwiegend auf Afrobeat und Roots Music, aber auch HipHop-Beats, Reggae-Grooves und Bläsersätze sind Nneka nicht fremd. Sie verbindet Soul, Groove, Herz und Stil, und sie hat etwas zu sagen. Im kommenden April steht Nneka bei zwei exklusiven Auftritten endlich wieder einmal auf unseren Bühnen.

Mannheim – Alte Feuerwache Mannheim
Einlass: 19.00 Uhr
Beginn: 20.00 Uhr

VVK: 25€ (zzgl. Gebühren)
AK: 29 € [Tickets am günstigsten bei www.delta-konzerte.de]

Konzertbericht (von 2011)

 

 

30. April: Backpackers Live! mit Black Milk

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Detroit’s finest: Black Milk

30. April 2015: BACKPACKERS LIVE! | Alte Feuerwache Mannheim

20:00 Uhr: Backpackers Live! mit Black Milk & The Nat Turner Live Band
ab 23 Uhr: Backpackers Tribute mit DJ Blastar (Mannheim), Skor72 Rokswell (Leipzig) & Shape (Jena).

Eintritt Konzert: AK 16 € (Ticket gilt auch für die anschließende Party) VVK Tickets
Eintritt nur Party: AK 7 €

8.Juni: Backpackers Tribute mit Hulk Hodn

Boom Bap, so hat Rap mal geklungen. Hulk Hodn ist der Meinung er darf es immer noch. Zeitlos klingen die Beats, die der DJ und Produzent von Huss & Hodn aus jazzigen Loops und MPC-Samples zusammenschraubt. Erste Erfahrung an den Turntables hat Hulk Hodn als »Des Griffin« bei der Deutschrap-Combo 4Mille (O-Flow, Pütz, Gadget) gesammelt – mittlerweile rockt er mit seinem Partner Kurt Hustle aka Retrogott das Splash-Festival. Für die Rap-Partyreihe Backpackers Tribute legt Hulk Hodn ein exklusives Vinyl-Set in Mannheims Untergrund-Club „Genesis“ auf. Unterstützung an den Wheels of Steel gibt es von Tommy D aus Heidelberg, der schon bei unzähligen internationalen DJ-Contests abgeräumt hat. Serviert werden Classics aus den Neunzigern und die heißesten Rap-Scheiben von heute – alles ohne Laptop, strictly Vinyl!

Doors open: 23 Uhr
Eintritt: 6 €
Club: Genesis (Mannheim H7, 15)

Backpackers Tribute auf Facebook: www.facebook.com/BackpackersTribute

Gewinnspiel: www.hhv-mag.com/de/event/528/backpackers-tribute-hulk-hodn-zu-gast-in-mannheim

Raphael Saadiq & Lenny Kravitz (SAP Arena Mannheim)

Die Frauen lieben seinen Stoppelbart und seine empfindsame Soulstimme. Die Männer feiern ihn für sein rigoroses Gitarrenspiel und Rock-Hymnen wie „Are You Gonne Go My Way“. Dass Lenny Kravitz dieses Jahr mit „Black and White America“ sein mittlerweile neuntes Album veröffentlicht hat, schien für den Besuch seiner Deutschlandtour eher nebensächlich zu sein. In Mannheim feierten 7000 Zuschauer mit Kravitz eine Rockgala.

Wer sich einen Raphael Saadiq ins Vorprogramm holt, der schreckt nicht davor zurück, dass die Messlatte für die eigene Performance mächtig hoch liegt. Saadiq schnupperte erste Bühnenluft als Bassist bei Prince, startete mit Tony! Toni! Toné! sein eigenes R&B-Trio und feierte später große Erfolge mit der Gruppe Lucy Pearl. Als einer der bedeutenden Produzenten des Neo-Soul gilt der 45-jährige Sänger und Songschreiber als Wegbereiter des Genres. Unterstützt von einer Funk-Band, fülliger Soulsängerin und einem stimmgewaltigen Orgelspieler in blauer Gospelrobe brachte er die SAP-Arena auf Betriebstemperatur. Nach einer guten halben Stunde verabschiedete sich der Mann aus Kalifornien mit Let The Sunshine In und machte den Weg frei für seinen Kumpel Lenny Kravitz.

Mitgebracht hatte Lenny Kravitz neben ein paar wenigen Stücken von seinem neuen Album Black and White America (2011) vor allem ein eindrucksvolles Repertoire großer Hits, die er von 1989 bis zum heutigen Tag angesammelt hat. Gleich zu Beginn dreschte er mit den rockigen Stücken Come On Get It, Always On The Run und dem ersten Highlight American Woman gewaltig in die Saiten seiner Klampfe. Mit der Coverversion von The Guess Who machte er ordentlich Dampf. Spitzbübig erkundigte sich der 47-jährige Rockstar deshalb auf Deutsch nach dem Wohlbefinden seiner Fans: „Alles klar?“. Verziert mit Lederwestchen, verspiegelten Sonnengläsern, Nasenring und dem obligatorischen Fünftagebart, schritt Mr. Kravitz daran das zu tun, weshalb ihm die Frauen reihenweise zu Füßen liegen: Mit It Ain’t Over Till It’s Over gab sich der Rebell handzahm und hauchte seine Zeilen mit sanfter aber authentischer Soulstimme schmiegsam in das Mikro. Pünktlich zu Mr. Cab Driver war der coole Typ aus dem New Yorker Großstadtdschungel wieder zur Stelle, um mit lässigem Unterton Rassismus anzuklagen und Arschtritte gegenüber Intoleranz zu verteilen.

Lenny Kravitz – Are You Gonne Go My Way

Lenny Kravitz ist ein vielseitig begabter Musiker. Nicht immer ist ihm bei seinem Auftritt in Mannheim die undankbare Aufgabe geglückt, Elemente aus Jazz, Funk und Rock in eine sinnvolle Dramaturgie zu bringen. Phasenweise nahm er die Menge mit auf eine atmosphärische Achterbahnfahrt. Positiv formuliert war hingegen für reichlich Abwechslung gesorgt, wenn beispielsweise Saxophon und Trompete das ausgedehnte Intro zu Black And White America gestalteten und in den rockigen Teil überleiteten. Den Treueschwur Stand By My Woman krönte Kravitz, indem er seine Brille für einen kurzen Augenblick abnahm und die Frauen damit restlos hypnotisierte. Auch wenn Kravitz stimmlich und von seinem Gitarrenspiel her durch die Bank überzeugte, ließ er den echten Rampensau-Lenny leider erst bei den schweißtreibenden Rock-Nummern Fly Away und Are You Gonne Go My Way im Finale auf die Mannheimer los.

Als Zugabe präsentierte Lenny Kravitz gemeinsam mit seinem langjährigen Gitarrengefährten Craig Ross die Akustikversionen von Again und I Belong To You. Den Schluss zelebrierte Kravitz förmlich, bei einer auf grob 20 Minuten ausgedehnten Version von Let Love Rule. Um seiner Message Nachdruck zu verleihen, lief er dabei die gesamte Halle ab und bot den Fans somit Gelegenheit auf Tuchfühlung mit ihrem Star zu gehen. Wieder auf die Bühne zurückgekehrt tat er es dann doch noch. Er gab den lechzenden Blicken der Frauen nach und riss sich Tanktop und Lederweste vom Leib. Eine coole Sau, dieser Lenny!

Andreas Margara (5. November 2011)

Nneka (Karlstorbahnhof Heidelberg)

Sechs Jahre ist es her, dass Nneka ihr Debütalbum „Victim of Truth“ über das Hamburger Label Yo Mama veröffentlichte. Mittlerweile zählt die Nigerianerin zu den musikalischen Aushängeschildern Afrikas. Die Souldiva zu mimen liegt ihr jedoch fern. Stattdessen kämpft sie für ihr politisches Anliegen – mal mit erhobenem Zeigefinger, mal mit geballter Faust. Am eindringlichsten jedoch immer noch mit ihrer außergewöhnlichen Soulstimme – wie sie bei ihrem Auftritt auf dem Enjoy Jazz Festival in Heidelberg demonstrierte.

Mit 18 Jahren siedelte Nneka Egbuna von Nigeria aus nach Deutschland, in das Heimatland ihrer Mutter, über. In dieser Zeit hat sie einerseits viele negative Erfahrungen machen müssen, andererseits entwickelte sie dadurch ein politisches Bewusstsein, das fortan zum prägenden Hintergrund ihrer Musik avancierte. Meist sind es die unangenehmen Themen wie Ausbeutung, Rassismus und Intoleranz, die sie in ihren Texten anspricht. Der dazugehörige Sound ist eine quirlige Melange aus Soul, Rap, Reggae und Anleihen des im Afrobeat beheimateten Highlife. Mit Soul Is Heavy (2011) ist gerade Nnekas drittes Album erschienen, und wie der restlos ausverkaufte Karlstorbahnhof in Heidelberg belegte, hat sie damit einmal mehr den Nerv ihrer Zuhörerschaft getroffen.

Mehr als zehn Jahre hat Nneka in Hamburg gelebt, ihr Deutsch soll tadellos sein. Interviews gibt sie – auch deutschen Medien – allerdings nur auf Englisch. Auch an diesem Abend rutscht der kleinen Frau mit der großen Stimme nicht ein einziges deutsches Wort über die Lippen. Auf der Bühne wirkt sie sehr verschlossen und fokussiert. Zu einem Flirt mit dem Publikum kam es deshalb nicht, alle ihre Songs trug sie jedoch mit ungebrochener Leidenschaft vor. Mit zwei Zöpfen im Haar und unterstützt von Garry „G-Man“ Sullivan an den Drums, Nis Kötting an den Keys, Emanuel Ngolle Pokossi am Bass und Jonas da Silva Pinheiros an der Gitarre zeigte Nneka mit der Reggae-Hymne Africans gleich zu Beginn ihres Auftrittes, warum sie mit aufstrebenden Künstlern wie K’Naan als hoffnungsvolle Stimme Afrikas gilt. Während sich die 30-jährige Nigerianerin angetrieben von ihrer Band bei Something to Say weltverbesserisch gab und mit ihrem klaren Soulgesang beeindruckte, griff sie für die Ballade Do you love me now? gleich selbst zur Gitarre.

Come With Me, lud Nneka ihre Fans ein, sie auf eine musikalische Reise zu begleiten. Und da der Saal des Karlstorbahnhofs komplett überfüllt war, tanzten die Leute sogar im Vorraum zufrieden zu den afrikanischen Highlife-Rhythmen. Natürlich präsentierte Nneka auch ihren neuen Hit Soul Is Heavy, auf dem sie Soulgesang mit Rap auf einen organischen HipHop-Beat in Einklang bringt. Den Song hat sie für ihr Heimatland Nigeria geschrieben und nimmt darin Bezug auf nigerianische Bürgerrechtler und Freiheitskämpfer wie Ken Saro-Wiwa, Isaac Adaka Boro und Jaja of Opobo. Westliche Einflüsse verarbeitete Nneka anschließend in einem kleinen Mash-up aus Annie Lennox und den White Stripes, bevor sie mit ihrem Welthit Heartbeat den Höhepunkt des Abends setzte. Musikalisch beendete die damit einen exzellenten Auftritt. Menschlich überzeugte Nneka durch beeindruckende Authentizität, verließ die Bühne jedoch nicht ohne die anfängliche Befremdlichkeit ganz aus dem Raum gespielt zu haben.

Andreas Margara (29. Oktober 2011)

Nneka – Soul Is Heavy