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05.04.17: Masta Ace live @ Karlstorbahnhof Heidelberg

AceMasta Ace, wer sich die letzten 20 Jahre mit Hip Hop beschäftigt hat, kennt die New Yorker Rap-Legende. Nur wenige haben es wie Masta Ace verstanden Aktualität und positive Strömung mit Dirtyness, Street- und Old School–Flavour in Einklang zu bringen.

Eintritt: AK 20 € | VVK 17 € + Gebühr
Einlass 20 Uhr | Beginn 21 Uhr
Ticketlink
Support: Def3 (CAN)

Gemeinsam mit Big Daddy Kane, Biz Markie, Craig G, MC Shan und Kool G Rap kreierte Masta Ace bis Ende der 80er Jahre auf Cold Chillin’-Records, das als hoffnungsvolles HipHop-Pendant zu Motown-Records galt, unter Produktion Marley Marls den legendären Sound der Juice Crew. Marley Marl produzierte dann 1990 auch „Take A Look Around“, das Debüt-Album von Masta Ace.

Masta Ace & Marco Polo (Karlstorbahnhof Heidelberg)

Mit einer Regelmäßigkeit, nach der man schon die Uhr stellen kann, tourt Masta Ace durch Deutschland. Verstärkt wird die New Yorker HipHop-Legende dabei meistens durch Mitstreiter seiner Crew eMC, zuletzt begleitete ihn sein Partner-in-Rhyme Edo G. 2012 kam der Masta zum ersten mal nach Heidelberg in den Karlstorbahnhof.

„I don’t do White Music, I don’t do Black Music. I make Rap Music, for HipHop-Kids“, lautet eines der Statements von Masta Ace. Vielleicht liefert das auch gleich die Erklärung, warum sich an einem Wochentag ein bunt durchgemischtes Publikum in Scharen in den Heidelberger Karlstorbahnhof begab, um dem nunmehr 45-jährigen Rapper aus Brownsville, Brooklyn zuzujubeln. Die Beliebtheit von Duval Clear alias Masta Ace scheint zumindest in Europa ungebremst. Den Anfang in der Heidelberger HipHop-Höhle machte eMC Mitglied Wordsworth mit einer knapp halbstündigen Solo-Performance mit vielen Freestyle-Einlagen, ehe der kanadische Beatproduzent Marco Polo mit den pumpenden Bässen von Nostalgia den Klangteppich für Ace ausrollte. Unterstützung am Mic gab es außerdem von einem weiteren eMC- Member: Stricklin. Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde nach Oldschool-Manier wurden die Fans mit Unfriendly Game, F.A.Y. und Da Grind  erstmal auf Betriebsklima gebracht. Auftritte von Masta Ace leben stets von der ausgewogenen Mischung aus Oldschool-Tracks und neuem Material, die der erfahrene Rapper aus seinem gigantischen Repertoire schöpft. Crooklyn, das Masta Ace 1994 zusammen mit Buckshot und Special Ed für den gleichnamigen Spike Lee Film aufgenommen hat, zählt längst zu den Klassikern der Rap-Geschichte und sollte an diesem Abend nur ein erster Vorgeschmack auf Oldschool-Banger wie The I.N.C. Ride oder Born to Roll sein.

Nachdem Masta Ace in den letzten Jahren mit eMC und Edo G bereits für ein gemeinsames Album kollaboriert hat, präsentierte er erste Hörproben seines neusten Projekts MA Doom: Son Of Yvonne, einem Jointventure mit Maskenmann MF Doom, das noch dieses Jahr erscheinen soll. Mit einem kleinen Oldschool-Ratequiz, das gleichzeitg als Tribut an Boogie Down Productions, A Tribe Called Quest und Whodini gedacht war, leitete Marco Polo zum absoluten Höhepunkt über: The Symphony. Auf dem berühmtesten aller Posse Cuts versammelte Marley Marl Ende der 1980er Jahre von Kool G Rap über Big Daddy Kane bis hin zu Masta Ace alle berühmt-berüchtigten Mitglieder der Cold-Chillin-Supergroup namens Juice Crew. Doch auch danach nahm das zweistündige Party-Programm längst keinen Abriss. Mit seinem Feature Beitrag auf RJD2’s Seasons und den üblichen verdächtigen Masta-Ace-Sure-Shots von den Alben Disposable Arts (2001) und A Long Hot Summer (2004) feuerte der New Yorker MC von Acknowledge bis Good ol‘ Love fast alles hitverdächtige aus seinem treffsicheren Vorlader.

Zwischendurch zeichnete sich dann allerdings doch auch ab, dass die Puste mit 45 allmählich nachlässt – der Masta kam ganz schön ins schnaufen. Für Beautiful und eine handvoll eMC Tracks reichte es aber noch, zumal das Publikum ja selbst auch ganz schön ausgepowert wurde. Es ist einfach immer wieder eine Freude, Masta Ace und seine Energie live zu erleben. Auf die Kollabo mit MF Doom darf man gespannt sein und spätestens in zwei Jahren wird sich Ace wohl auf deutschen Bühnen zurückmelden. Die Uhr ist ja bereits danach gestellt.

Marco Polo feat. Masta Ace – Nostalgia

Masta Ace & Edo G (Cafe Central Weinheim)

Kein Rapper schafft es Tradition und Fortschritt in einen derart perfekten Einklang zu bringen wie Masta Ace und Edo G das tun. Einerseits genießen beide den Status „Oldschool-Legende“, andererseits sind sie Garanten für innovative Neuveröffentlichungen. Nachdem es musikalisch schon häufig zum Aufeinandertreffen von Ace und Edo kam, ziert seit letztem Monat endlich ihr erstes gemeinsames Album „Arts & Entertainment“ die Verkaufsregale. Mit dem Flieger ging’s dann gleich auf Europa-Tournee, denn hier haben die Ikonen eine besonders treue Anhängerschaft.

Ein Geheimtipp ist Boston in Sachen HipHop längst nicht mehr. Kein Wunder also, dass Edo G auf die Tour Verstärkung aus seiner Heimatstadt in Form von Akrobatik und Paten Locke mitgebracht hatte. Und dass die Drei – trotz der winterlichen Temperaturen – nicht nach Weinheim angereist waren, um eine Teeparty im Cafe Central zu feiern sollte sich schon bald herausstellen. Energiegeladen stellte sich das reimende Muskelpaket Akro mit dem Track A to the K vor, dass die Wände nur so zu zitterten. Unterstützung bekam er dabei von Paradiesvogel Paten Locke an den Turntables, der sich anschließend auch als exzentrischer Rapper entpuppte. Black Hell Breaks Loose von Akrobatiks letztem Album Absolute Value hat Paten selbst produziert, mit einer gelungenen Vorstellung feierten sie den Underground-Hit gemeinsam ab. Auto Reverse, eine Hommage an die Tape-Generation, weckte schließlich großes Interesse an Lockes gerade erschienenem Album Super Ramen Rocketship. Entgegen den weit verbreiteten Gerüchten um die tödliche Krankheit des angeschlagenen HipHop-Patienten, resümierte Akrobatik am Ende der hervorragenden Wam-up-Show als bisheriges Tour-Fazit: HipHop is alive and well all over the world!

Jetzt wurden die Decks vom stämmigen DJ Chiefrocker Moe D eingenommen, der den beiden Eastcoast-Veteranen Masta Ace und Edo G gleich einen gebührenden Empfang im gut gefüllten Cafe bereitete. Zunächst gab es mit Tracks wie Claimin‘ Respect oder Wishing eine kleine Zusammenfassung dessen, was die beiden bereits vor ihrem Kollabo-Album zusammen aufgenommen haben. Die Brücke von der Oldschool in die Gegenwart schlug Masta Ace dann zum ersten Mal an diesem Abend mit Crooklyn Dodgers (1994) und Da Grind (2004).

Wenn der Mann aus Brooklyn auftritt, handelt es sich stets um eine durchdachte Performance mit ausgefeiltem Konzept. Passenderweise hat er sich diesmal mit Edo G dazu entschlossen, den wegweisenden Rap-Duos der HipHop-Geschichte Tribut zu zollen. So präsentierten sich die beiden Rapper – eingebaut in Bill Withers Song Just The Two Of Us –in stilechter Aufmachung als EPMD, Nice & Smooth, A Tribe Called Quest und Mobb Deep. Ein äußerst sehenswertes Spektakel – Arts & Entertainment eben! Vom neuen Album gab es dann Over There und das zynische Little Young zu hören.

Obwohl die fast vollendete Europa-Tour deutliche Spuren an ihnen hinterlassen hatte, gaben Ace und Edo ihre letzten Energiereserven. Die Großmeister boten einfach alles auf, besonders gefielen die Wechsel zwischen den Rap-Klassikern von damals und heute. So erinnerte Edo G mit Love Comes And Goes und I Got To Have It an seine frühen Zeiten mit den Bulldogs, als er sich noch Ed O.G. nannte, um im nächsten Moment das DJ Premier Brett Say Something aufzufahren. Masta Ace, der im gestreiften Polohemd des 1. FC Köln erschien, bekam hingegen erst volle Unterstützung für den Juice-Crew-Classic The Symphony von 1988 und das bassgetriebene Born to Roll aus den frühen 90ern, anschließend steuerten die durchweg begeisterten Fans die Zeilen für die A Long Hot Summer-Hits Good Ol Love und Beautiful bei. Nur dass die Yankees die Boston Red Sox wegfegen, damit war Edo G natürlich nicht einverstanden.   Fans hieß dann das letzte Stück, mit dem die Sympathieträger Edo G und Masta Ace – wie schon so oft – einen genialen und schweißtreibenden Abend ausklingen ließen. In der Top-Five der besten Live-Rapper aller Zeiten hat Masta Ace seinen Platz problemlos gesichert.

Andreas Margara (15. Dezember 2009)

Ed O.G. and the Bulldogs – Love Comes And Goes

Mr. Magic’s heart attack

5489152Und schon wieder gibt es einen herben Verlust für die HipHop Community zu vermelden: Der legendäre DJ und Mitbegründer der Juice Crew, Mr. Magic, ist im Alter von 53 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben. Bereits Anfang der 1980er Jahre startete der New Yorker DJ John Rivas mit Mr. Magic’s Rap Attack durch – einer der ersten professionellen Radio-Shows für das Rap-Genre. „On Air“ wurde er von Produzent und Plattenleger Marley Marl unterstützt. Unvergessen ist die Hommage an die Beiden von Biggie Smalls: „Every Saturday – Rap Attack – Mr. Magic, Marley Marl“, aus seinem Track Juicy. Mitte der 80er pflegte Sir Juice – der als Verbindungsmann der Mitglieder der HipHop Supergroup Juice Crew um MC’s wie Roxanne Shanté, Masta Ace, Big Daddy Kane, Biz Markie und Kool G Rap fungierte – eine Rivalität zu seinem Radio-Show Konkurrenten Kool DJ Red Alert. Wie von DJ Premier nun bestätigt wurde ist Mr. Magic am 2. Oktober 2009 verstorben.

Rest in Peace, Super Rocking Mr. Magic!

Andreas Margara (3. Oktober 2009)

Notorious BIGJuicy

Biz Markie (Capitol Mannheim)

bizmarkie„Styleinspector“ ist es mit Biz Markie gelungen, ein echtes HipHop-Schwergewicht an Land zu ziehen. Bekannt ist der MC, DJ und Beatboxer nicht nur durch seine Mitgliedschaft in der legendären Juice Crew um Marley Marl, sondern auch durch sein komödiantisches Wesen. Angeblich wird er deshalb auch von Stars wie Madonna und Will Smith zu privaten Partys als Entertainer gebucht. Diesmal durfte er seine Show im Capitol in Mannheim präsentieren.

Wir warteten bis Biz kam… und überbrückt wurden die knapp zwei Stunden durch ein vom Line-Up her gesehen durchaus illustres Vorprogramm. Neben dem deutschen Oldschool-Veteran Toni-L von Advanced Chemistry stand da noch der als vielversprechend gehandelte Newcomer Kaas aus dem Chimperator-Camp auf dem Plan. Außerdem gab es Breakdance von True Rockin Soul und Turntable-Action von DJ Tommy D. Obwohl Kaas eine vom Ablauf her durchdachte Show mit einigen Gimmicks darbot, gelang es ihm in keinster Weise, die Menge zu begeistern. Selbst Freibier in Plastikflaschen, ein Scatch im Ghostbuster-Kostüm und der Überraschungsgast Tua vom Orsons-Quartett schafften keine Abhilfe – der Funke wollte einfach nicht überspringen.

Mit einer umso größeren Enttäuschung konnte allerdings anschließend Toni-L auffahren. Ohne DJ stieg der einstige Hardcore-Gladiator in die Arena und legte sich zunächst eine Beat-CD in den Player. Gekleidet im legeren Adidas-Trainingsanzug sollten die Superstars an seinem Fuß heute das einzig abgestimmte auf der Bühne bleiben. Mit einer Bühnenpräsenz gleich Null versteckte Toni seine unbestrittenen MC-Skills unter seiner Kangol-Kappe und ließ seine Performance konzeptlos im schlecht gefüllten Capitol dahinplätschern. Wir waren mal Stars gab es Medley-artig in der Kurzversion, Funkjoker nur als Acappella. Höhepunkt markierte das Zwischenspiel der Breakdancer und Der Zug rollt. Doch dem sympathischen Italiener sei sein schwacher Auftritt verziehen, hat der Koch doch schon oft genug unter Beweis gestellt, dass er seine Pasta sonst deutlich schärfer gewürzt serviert.

Nach einem sehenswerten Set von Tommy D tauchte dann schließlich Biz Markie hinter dem Vorhang auf. Als erste Handlung bediente der gutbeleibte und mittlerweile 44-jährige Marcel Theo Hall die Plattenspieler. Neben der feinen Auswahl an Oldschool-Platten jugglete sich Biz erst in Stimmung, ehe er unter anderem den Crossfader mit dem Mund bewegte oder Backspins mit seiner Wampe ausübte. 20 Minuten waren ungefähr vergangen, als sich in der Menge flächendeckend das ungute Gefühl ausbreitete, dass Markie heute vielleicht nur hinter den Decks stehen könnte…

Biz Markie 1

Zum Glück hatte der New Yorker aber kurz darauf schon das Mic fest in seinen mächtigen Händen und präsentierte sofort seine unglaublichen Beatbox-Skills. Bei einem nicht ganz ernst gemeintem Breakdance-Versuch kam er aber allzu schnell außer Atem und holte sich sichtlich gezeichnet einen Stuhl. Die größten Hits der Oldschool-Legende gab es deshalb aneinandergereiht im Sitzen! Obwohl weit davon entfernt startete er mit Biz is Goin‘ Off von seinem ersten Album aus dem Jahr 1988. Lethargisch leitete Biz zu Make the Music with your Mouth, Biz über und untersagte zwischendurch immer wieder dass man ihn filme. Kein Wunder bei dieser trägen Performance auf dem Stuhl, auf dem auch die eigentliche Kampfansage Nobody beats the Biz unauthentisch wirkte. Den Abschluss der phlegmatischen Rap-Einlage bildeten Vapors und der Mega-Hit Just a friend. Danach konzentrierte sich der erschöpfte Hüne wieder auf das Auflegen.

Eigentlich hätte der Jam-Abend mit einem derartigen Aufgebot an Künstlern ein klarer Erfolg werden müssen, am Ende überwog aber die Enttäuschung. Nur schade, dass manche Gäste meinten, ihren Frust noch am Veranstalter ablassen zu müssen, der sicher wenig für die mangelnde Ausdauer und Motivation der Acts konnte. Rap-Veranstaltungen, die in Mannheim sowieso schon rar gesät sind, stehen jetzt wohl unter einem noch schlechteren Stern.

Andreas Margara (24. März 2009)

Masta Ace & eMC (Cafe Central Weinheim)

MastaWährend klassische HipHop-Supergroups wie der Wu-Tang Clan, D.I.T.C., Boot Camp Clik oder N.W.A. ihre größten Zeiten bereits hinter sich gelassen haben und vom Aussterben bedroht sind, scheint es kaum noch würdige Nachfolger zu geben. Die von der Oldschool-Legende Masta Ace formierte eMC-Crew mit den Rappern Wordsworth, Punchline und Stricklin bildet dagegen die krasse Ausnahme. Im klassischen Format vereint die Gruppe einen neuen innovativen Style, den sie zur Zeit wieder live auf ihrer Europa-Tour zur Schau stellt.

Im Cafe Central in Weinheim war an diesem Abend der aufstrebende kanadische Produzent und DJ Marco Polo verantwortlich für das Vorprogramm der eMC-Show. Mit seinem phänomenalen Rawkus-Debütalbum Port Authority hat er sich einen weltweiten Fankreis aufbauen können und ist seitdem auf allen wichtigen Neuveröffentlichungen im HipHop präsent. Nach einer kurzen Selektion aus seinem Plattenkoffer, gesellte sich auch Rapper Torae zu ihm auf die Bühne, um eine halbstündige Show zu präsentieren. Höhepunkte des sehr ansehnlichen und schweißtreibenden Auftritts markierte sein Hit Callin’ Me von Daily Conversation und das von DJ Premier arrangierte Stück Get It Down

DJ Flo-Fader von eMC übernahm jetzt die Decks und feuerte gleich zu Beginn ein explosives Intro für seine Crew ab. The MC von KRS-One dienten Wordsworth, Punchline, Stricklin und Masta Ace als Unterlage für eine textlich auf eMC abgestimmte Variation des Stücks. Selten bekommt man im Untergrund-Rap ein derart von vorne bis hinten durchgeplantes Set offenbart, wie es hier der Fall war. Der gleichnamige Titel zum brandneuen eMC-Album The Show schloss direkt als Nächstes an, bevor sich die vier MCs dem Publikum als Four Brothers gegenseitig vorstellten. Masta Ace fungiert bei den eMC live-Inszenierungen stets als Akteur und Regisseur zugleich. Von der wechselnden Kleidung über die Choreografie bis hin zur Trackauswahl ist alles bis ins feinste Detail ausgearbeitet und auch die ungewöhnliche Motivation der Künstler schwappt direkt auf die Menge über.

eMC 1

Solotracks von Masta Ace (We Travel, Block Episode) gehören ebenso zum Programm, wie eine sensationelle DJ-Show von Flo-Fader. Seine komplette Live-Erfahrung reicht Ace sichtlich an seine drei jüngeren Homies weiter und diese bringen sich gekonnt mit kreativen Ideen ein. Besonders Freestyle-King Words wusste das Publikum mit seinen innovativen Improvisationen zu überzeugen. Erstaunlicherweise unterschied sich der Auftritt von eMC fundamental im Vergleich zur letzten Tour. Eine andere Titelauswahl und ein komplett neues Show-Konzept verdeutlichen die harte Arbeit, die eMC hinter ihre Auftritte stecken.

Das von Marco Polo für Masta Ace produzierte Stück Nostalgia bildete schließlich den Auftakt für einen Trip „back to the Oldschool“. Nach Flo-Faders Einlagen erschienen alle vier MCs mit Goldketten, dicken Hornbrillen und Achtziger-Aufmachung, um ihre persönlichen All-Time-Classics vorzustellen. Das Publikum war jetzt kaum noch zu halten, eMC hatte die höchste Stufe des Entertainments erreicht. Auf Wheels Of Change vom neuen Longplayer folgte der Juice Crew Evergreen The Symphony, bei dem sich Words, Strick und Punch beteiligten, als wären sie selbst Gründungsmitglieder des legendären Cold Chillin-Kollektivs um Marley Marl und Masta Ace.

Keine einzige enttäuschte oder skeptische Mine war an diesem Abend im Publikum zu erkennen und bei dem Ace-Hit Beautiful war das auch kaum möglich. Make It Better und What It Stand For bildeten dann den Schluss des perfekten Auftritts. Alle Beteiligten, inklusive Marco und Torae, feierten jetzt noch gemeinsam auf der Bühne und waren anschließend gern zu Gesprächen mit den Fans bereit. Sogar der Angry Merch Guy, der einen eigenen Skit auf dem Album besitzt, war bestens gelaunt. Das war mit Sicherheit einer der besten Performances für 2008. Momentan befindet sich die Crew immer noch auf Europa-Tour.

Andreas Margara (22. Mai 2008)

Masta Ace – Born 2 Roll

Kool G Rap: „Half a Klip“

half_a_klipMit einer EP in Minialbum-Länge meldet sich der legendäre Juice Crew-MC und Straßenpoet Kool G Rap zurück im Geschäft. Produzent Domingo schneidert mit dem Opener Risin Up ein maßgerechtes Beatgewand für den Veteran am Mikrophon, der schon seit den frühen Achtzigern als Reimer aktiv ist und für viele bedeutende Rapper (wie z.B. Nas) wichtiger Inspirationsstifter war. Leider beginnt Half a Klip schon bei Titel Nummer zwei mit langweiligem 08/15-Clubsound zu schwächeln, fängt sich allerdings dank den stimmungsvollen Blaxploitation-Samples von 100 Rounds wieder. Kool G bleibt sich seinen harten Rap-Roots treu und versetzt den Hörer mit seinem unikaten Flow in beste „Cold Chillin“-Zeiten. Neben Rakim und Big Daddy Kane gibt es kaum einen wichtigeren Vorreiter in Sachen Reimstil und Technik, und das gibt er – nach über 20 Jahren – immer noch unmissverständlich zu erkennen. Einzig die durchgewürfelten Soundexperimente (u.a. mit mexikanischen Bläsersamples) schaden der Qualität der EP an mancher Stelle. Geradezu perfekt hingegen klappt die Old School Begegnung With a Bullet mit Produzentenkoryphäe Marley Marl, bei dem das eingespielte Team zu äußerst bestechender Form aufläuft. Auch die instrumentale Steilvorlage von DJ Premier (On the Rise again), weiß KGR verbal souverän zu verwerten. Insgesamt präsentiert Kool G Rap die gewohnte Street-roughness und serviert Storytelling vom Feinsten, nur der rhythmischen Untermalung fehlt es an qualitativer Konsequenz. Aber: wer hätte das überhaupt erwartet, nachdem Nathaniel Wilson schon bei Fifty’s G-Unit im Gespräch war.

Andreas Margara (13. Februar 2008)