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05.04.17: Masta Ace live @ Karlstorbahnhof Heidelberg

AceMasta Ace, wer sich die letzten 20 Jahre mit Hip Hop beschäftigt hat, kennt die New Yorker Rap-Legende. Nur wenige haben es wie Masta Ace verstanden Aktualität und positive Strömung mit Dirtyness, Street- und Old School–Flavour in Einklang zu bringen.

Eintritt: AK 20 € | VVK 17 € + Gebühr
Einlass 20 Uhr | Beginn 21 Uhr
Ticketlink
Support: Def3 (CAN)

Gemeinsam mit Big Daddy Kane, Biz Markie, Craig G, MC Shan und Kool G Rap kreierte Masta Ace bis Ende der 80er Jahre auf Cold Chillin’-Records, das als hoffnungsvolles HipHop-Pendant zu Motown-Records galt, unter Produktion Marley Marls den legendären Sound der Juice Crew. Marley Marl produzierte dann 1990 auch „Take A Look Around“, das Debüt-Album von Masta Ace.

Backpackers Tribute Anniversary Jam Video

Im September 2013 hat die Mannheimer Partyreihe Backpackers Tribute mit einer riesigen Jam in der Alten Feuerwache Geburtstag gefeiert! In einem Mitschnitt präsentiert uns Smith Video Production nochmal die Highlights des Mega-Events mit den B-Boys der Ghetto Soul, Pop&Roll, den Auftritten von Masta Ace, Eloquent, KRTS (Project Mooncircle), DJ Blastar und Live-Graffiti von Hombre (Stick up Kidz), Sweetuno und zahlreichen Special Guests.

Masta Ace und Edo G holen mit „Little Young“ zum Rundumschlag aus

Das Kollabo-Abum der beiden Eastcoast-Rapkings Masta Ace und Edo G ist endlich draußen! Als kleinen Leckerbissen gab es bereits den äußerst freshen Track Little Young als Vorabvideo, der gegen den Trend schießt, Rappernamen mit Lil‘ oder Young auszuschmücken:

Masta Ace & Edo G – Little Young

Masta Ace & eMC (Cafe Central Weinheim)

MastaWährend klassische HipHop-Supergroups wie der Wu-Tang Clan, D.I.T.C., Boot Camp Clik oder N.W.A. ihre größten Zeiten bereits hinter sich gelassen haben und vom Aussterben bedroht sind, scheint es kaum noch würdige Nachfolger zu geben. Die von der Oldschool-Legende Masta Ace formierte eMC-Crew mit den Rappern Wordsworth, Punchline und Stricklin bildet dagegen die krasse Ausnahme. Im klassischen Format vereint die Gruppe einen neuen innovativen Style, den sie zur Zeit wieder live auf ihrer Europa-Tour zur Schau stellt.

Im Cafe Central in Weinheim war an diesem Abend der aufstrebende kanadische Produzent und DJ Marco Polo verantwortlich für das Vorprogramm der eMC-Show. Mit seinem phänomenalen Rawkus-Debütalbum Port Authority hat er sich einen weltweiten Fankreis aufbauen können und ist seitdem auf allen wichtigen Neuveröffentlichungen im HipHop präsent. Nach einer kurzen Selektion aus seinem Plattenkoffer, gesellte sich auch Rapper Torae zu ihm auf die Bühne, um eine halbstündige Show zu präsentieren. Höhepunkte des sehr ansehnlichen und schweißtreibenden Auftritts markierte sein Hit Callin’ Me von Daily Conversation und das von DJ Premier arrangierte Stück Get It Down

DJ Flo-Fader von eMC übernahm jetzt die Decks und feuerte gleich zu Beginn ein explosives Intro für seine Crew ab. The MC von KRS-One dienten Wordsworth, Punchline, Stricklin und Masta Ace als Unterlage für eine textlich auf eMC abgestimmte Variation des Stücks. Selten bekommt man im Untergrund-Rap ein derart von vorne bis hinten durchgeplantes Set offenbart, wie es hier der Fall war. Der gleichnamige Titel zum brandneuen eMC-Album The Show schloss direkt als Nächstes an, bevor sich die vier MCs dem Publikum als Four Brothers gegenseitig vorstellten. Masta Ace fungiert bei den eMC live-Inszenierungen stets als Akteur und Regisseur zugleich. Von der wechselnden Kleidung über die Choreografie bis hin zur Trackauswahl ist alles bis ins feinste Detail ausgearbeitet und auch die ungewöhnliche Motivation der Künstler schwappt direkt auf die Menge über.

eMC 1

Solotracks von Masta Ace (We Travel, Block Episode) gehören ebenso zum Programm, wie eine sensationelle DJ-Show von Flo-Fader. Seine komplette Live-Erfahrung reicht Ace sichtlich an seine drei jüngeren Homies weiter und diese bringen sich gekonnt mit kreativen Ideen ein. Besonders Freestyle-King Words wusste das Publikum mit seinen innovativen Improvisationen zu überzeugen. Erstaunlicherweise unterschied sich der Auftritt von eMC fundamental im Vergleich zur letzten Tour. Eine andere Titelauswahl und ein komplett neues Show-Konzept verdeutlichen die harte Arbeit, die eMC hinter ihre Auftritte stecken.

Das von Marco Polo für Masta Ace produzierte Stück Nostalgia bildete schließlich den Auftakt für einen Trip „back to the Oldschool“. Nach Flo-Faders Einlagen erschienen alle vier MCs mit Goldketten, dicken Hornbrillen und Achtziger-Aufmachung, um ihre persönlichen All-Time-Classics vorzustellen. Das Publikum war jetzt kaum noch zu halten, eMC hatte die höchste Stufe des Entertainments erreicht. Auf Wheels Of Change vom neuen Longplayer folgte der Juice Crew Evergreen The Symphony, bei dem sich Words, Strick und Punch beteiligten, als wären sie selbst Gründungsmitglieder des legendären Cold Chillin-Kollektivs um Marley Marl und Masta Ace.

Keine einzige enttäuschte oder skeptische Mine war an diesem Abend im Publikum zu erkennen und bei dem Ace-Hit Beautiful war das auch kaum möglich. Make It Better und What It Stand For bildeten dann den Schluss des perfekten Auftritts. Alle Beteiligten, inklusive Marco und Torae, feierten jetzt noch gemeinsam auf der Bühne und waren anschließend gern zu Gesprächen mit den Fans bereit. Sogar der Angry Merch Guy, der einen eigenen Skit auf dem Album besitzt, war bestens gelaunt. Das war mit Sicherheit einer der besten Performances für 2008. Momentan befindet sich die Crew immer noch auf Europa-Tour.

Andreas Margara (22. Mai 2008)

Masta Ace – Born 2 Roll

HipHop Kemp 2007 (in Hradec Kralove)

hiphop kemp

Das HipHop Kemp läutet Ende August (24.-26.08) jährlich das Ende der Festivalsaison ein. Letzte Möglichkeit des Sommers also eine verrückte Kopfbedeckung auszuprobieren oder den Tag früh morgens schon mit einem Hopfentee zu starten. Location für das Camp ist ein ehemaliger Sowjet-Militärflughafen am idyllischen See-Areal der historischen Stadt Königgrätz (Hradec Kralove), etwa 100 km von Prag entfernt gelegen. Vom Klima des Kalten Krieg ist beim friedlichen HipHop Kemp Festival allerdings nichts mehr zu spüren, Battles finden einzig noch in den Hangars durch die Ausdrucksformen Rap und Breakdance statt. Mit HipHop Heads von England bis Ungarn trägt das Festival den universellen Charakter von internationalem Austausch und punktet nebenbei mit Bierpreisen von knapp einem Euro.

Das Line-up wusste für 2007 wie immer durch ein hervorragendes Aufgebot an Conscious Rap-Größen wie z.B. Masta Ace und seine eMC Crew zu überzeugen, offerierte diesmal aber auch massenverträglichere Acts wie Redman oder M.O.P. aus den Staaten. Die Bundesrepublik sollte nur durch die schon zum festen Aufgebot des HipHop Kemp zählenden Dendemann und DJ Hype, sowie Mannheims Rap-Schwergewicht Pal One vertreten werden.

Wer donnerstags bereits anreiste und sich somit die Vorherrschaft über die besten Zeltplätze sichern konnte, wurde vom gewittrigen Wetter ordentlich bestraft. Regenströme die an das Splash! Festival erinnerten, weichten Zeltplanen durch und brachten sogar die im freien aufgebaute B-Boy Stage zum vorzeitigen K.O.. Sie musste anschließend wieder zurück in einen der Hangars verlegt werden.

Freitags lachte die Sonne wieder vorbildlich, wie man das vom HipHop Kemp Logo her kennt. Obwohl sich ein echter Partylöwe nie von einer Warteschlange fressen lässt, erschien das lange Anstehen an der Scan-Ticketausgabe weniger als lustig, da man dadurch leicht den ersten sehenswerten Act, Pal One, zu verpassen drohte. Der entging einem allerdings gezwungenermaßen, da er aufgrund von Krankheit entschuldigt wurde und durch seine Mannheimer Kollegen mnemonic, Prinze Low und Fritz Evil ersetzt wurde. Erste Schmankerl gab’s danach in Form von den Drei Waxolutionists Deejays aus Österreich zusammen mit Dave Ghetto, Mystic & Hezekiah auf die Ohren. Für den richtigen Höhepunkt sorgte dann aber erst Curtis Cross aka Black Milk aus Motown. Der Detroiter bewies, dass er nicht nur den einwandfreien Umgang mit der MPC beherrscht, sondern auch im Stande ist, eine riesen Meute mit seinen Skillz am Mic zu überzeugen. Popular Demand heißt sein aktuelles Album, das er ausgiebig vorstellte. Leider trat er etwas zu früh auf, wodurch viele nur noch das Ende seiner Performance mitbekamen. Der nächste Act war eine tschechische Combo, bestehend aus Deejay Wich und dem Rapper Indy. Inhaltlich bleibt hier ein großer Interpretationsraum offen, dennoch steht fest, dass sich die Jungs bei den Tschechen unheimlicher Beliebtheit erfreuen und Wichs extravagante Beats auch auf internationaler Ebene für wippende Köpfe sorgen.

Masta Ace

Masta Ace sorgt schon seit langem für Kopfnickmaterial und auf das Kemp kam er diesmal in Begleitung seiner beiden Partner Stricklin und Wordsworth. Das eMC-Quartett erschien ohne Punchline zwar nicht vollständig, doch Wordsworths hochkarätige Freestyle-Einlagen und Masta Ace‘ Banger wie Acknowledge, INC Ride oder Born To Roll erwiesen sich beim Publikum als erwünschter Joker. Natürlich wurde auch die inoffizielle Hymne des HipHop Kemp – Beautiful – interpretiert. Gespannt wurden nun die Boot Camp Clik Vertreter Heltah Skeltah erwartet. Da Sean Price zweifelsohne der Bekanntere des Hardcore Rapteams von der Eastcoast ist, betrat sein Partner-in-Rhyme – The Rockness Monstah – zuerst die Bühne, um Ruck mit brachialer Stimmgewalt anzukündigen. Was folgte war ein unerwartet mittelmäßiger Auftritt, der dank Sean P’s phlegmatischem Gemütszustand für viele der Fans am nächsten Pivo-Stand endete. Bei Sprachfasching und Chill out Laune lautete das einstimmig mehrsprachige Fazit zwischen Hangars und Zelten, dass da sicher noch eine Steigerung drin ist für die kommenden Tage.

Wenn man am Samstagmorgen nicht schon durch die penetrant durchzechenden Zeltnachbarn geweckt wurde, tat die brühend heiße Sonne ihr übriges. Zeit, sich mit ausreichender Gerstenkaltschalen-Ration an den See zu flacken und bei dem allerorts verbreiteten Duft süßen Rauchs die gemütliche Atmosphäre zu genießen.

Nach tschechischen, slowakischen und polnischen Künstlern waren DJ Semtex & Kidz In The Hall aus Chicago an der Reihe den Samstagabend einzuleiten. Naledge und Double-O von KITH stehen für den „neuen alten“ Rawkus-Sound und heizten auf bekannte Samples ein. So zum Beispiel auf ’93 Til Infinity von den Souls of Mis’chief (Wheelz Fall Off) und sogar Smells Like Teen Spirit von Nirvana. Go Ill war angesagtes Programm. Grime Style gab es anschließend von L.Man aus London, der am Mic in bester Tradition von Kano und Dizzee Rascal agiert. Faith SFX, der ebenfalls von der Insel stammt, verdeutlichte danach seine außergewöhnlichen Beatbox-Fertigkeiten. Mit etwas Verspätung erschien schließlich Dendemann, der souverän sein Festivalprogramm durchzog. Als wäre er vorher mit Joe Cocker in der Whiskey Bar abgehangen, brummte er seine Tracks gekonnt ins Mikro und begeisterte damit auch Polen und Tschechen. Mit dem Pressbass von Er So, Ich So und den Cuts’n’Scratches von DJ Suro fackelte er alles ab.

Dilated Peoples

Die durch ihre Alben eher als smooth und mellow bekannte Bahamadia überraschte als erster US-Headliner des Abends mit einem Bombenauftritt der komplett nach vorne losging. DJ Statik von Illvibe Collective scratchte sich munter die Finger wund, während seine Vorderfrau ein Acapella nach dem anderen kickte und speziell den Damen der Rapgeschichte um Erykah Badu, Monie Love, Lauryn Hill und Latifah mit einem Medley Tribut zollte. Den positiven Vibe trugen die Dilated Peoples mit Worst Comes to Worst, This Way und You Can’t Hide You Can’t Run gleichermaßen weiter. DJ Babu von den Beat Junkies präsentierte sich bereits in ausgezeichneter Verfassung und brachte Defari schon einen Tag früher als erwartet mit auf die Bbarak Live Stage. Weit oben von den mit Gras bewachsenen Hangars hatte man nun erstmals eine etwaige Vorstellung davon, wie viele Menschen wirklich zum Kemp gekommen waren. Redman brachte das musikalische Sprengstofffass mit seiner eindrucksvollen Show dann schließlich noch zum explodieren. React, How High und Ill Be Dat waren die Zündschnur auf dem Weg zu seinem gewagten Stage Dive, der die kochende Menge in Ekstase brachte. Mit dem deutschen Deejay Team Marc Hype & Jim Dunloop und dem legendären DJ Revolution stiegen anschließend die Aftershows in den Hangars.

yarah bravo

Die Likwit Junkies eröffneten am Sonntag den Headliner-Abend: L.A.’s Own Billy The Kidd Defari und DJ Babu gaben sich wieder die Ehre. Trotz der vorrangigen Absicht das neue Album vorzustellen, kam Defari dem Wunsch nach, Hits von seinem 99er Klassiker Focused Daily zu spielen: People’s Choice und Focused Daily. Dauergast auf dem HipHop Kemp ist DJ Vadim, auch seine First Lady Yarah Bravo gehört mittlerweile schon zum festen Inventar. Zusammen mit Abstract Rude legten sie einen Auftritt hin, der sich sehen und hören lassen konnte. Als Highlights waren dabei The Terrorist und Bluebird auszumachen. Die beste Performance des diesjährigen Kemps legten dann die CunninLynguists hin. Sympathisch aufgelegt und mit einer Trackauswahl die keine Wünsche mehr offen ließ: Lynguistics von Will Rap For Food, Southernunderground und sogar der von RJD2 produzierte Joint Seasons. Vergebens wartete man nur auf ein zweites Erscheinen von Masta Ace, dessen Part von Deacon mitübernommen wurde. Was M.O.P. als letzter Act des Festivals ablieferte, war dann nur noch nebensächlich, erwies sich aber als optimal für die finale Partystimmung.

Trotz der wenigen deutschen Künstler und der wohl bis auf 30.000 Camper angestiegenen Anzahl an Besuchern bei nicht ganz so professioneller Organisation, wusste das Kemp einmal mehr zu überzeugen und liegt den kommerziellen Veranstaltungen um Längen voraus. Na shledanou, HipHop Kemp!

Andreas Margara (1. September 2007)

One Self – Bluebird

Masta Ace präsentiert eMC (im Cafe Central Weinheim)

sto-emc_headerOb als fester Bestandteil von Marley Marl’s undenkbar wichtigem Cold Chillin’ Oldschool Rap-Label oder als Gründungsmitglied der sagenumwobenen Juice Crew, zusammen mit den Reimgrößen Biz Markie, Roxanne Shanté, Craig G, MC Shan, Kool G Rap und Big Daddy Kane. Masta Ace ist das Empire State Building an der New Yorker Rap-Skyline. Seine Tracks Born To Roll oder Sittin’ On Chrome gehören zum guten Ton jeder ernstzunehmenden Rapparty und mit den beiden letzten Konzeptalben „Disposable Arts“ (2001) und „A Long Hot Summer“ (2004) hat er unter Beweis gestellt, dass er einer der wenigen guten Emcees aus den Achtzigern ist, der es geschafft hat sich bis heute qualitativ stetig im Output zu steigern. Auf dem HipHop Kemp 2005 gab es dann die Schockmitteilung zu vernehmen, dass es Aces vorerst letzte Show und damit sein Rücktritt von der Live-Bühne sein wird. Doch pünktlich zur Weihnachtszeit meldet sich das Meister Ass 2006 mit seiner neuen ultimativen Crew namens eMC zurück, um die kommende LP Live vorzustellen.

Nach der Wiener Vorgruppe, von denen mir neben ein Paar Freestyles noch relativ klar der Name des Deejays: Richard Mixen hängen geblieben ist, ging’s dann in der für hochkarätigen Underground Rap bekannten Anlaufstelle Cafe Central richtig los. Punchline, der sich vor der für einen Mittwochabend extrem dicht gedrängten Menge als erster Emcee auf die Bühne begab, stellte sich zunächst zum Beat von DJ Flo-Fader vor und überließ anschließend Stricklin das Feld. Dieser zeigte sich mit gewohntem Schweißband – und wie die anderen mit der eMC-Teamjacke im College Style – introducte sich ebenfalls kurz und reichte dem zurzeit wohl begabtesten Freestyler aus den Staaten, Wordsworth, das Mic. Als letzter des Rapper Quartetts erschien schließlich Masta Ace mit Bandana und reichlich Energie, ehe alle zusammen die Stage erneut enterten und loslegten. Wie eine imposante Wand standen die vier kräftigen New Yorker auf der Bühne, um realen HipHop zu verteidigen und erklärten zunächst, für was das Akronym „eMC“ alles stehen könnte. Four Brothers war dann auch gleich der erste gemeinsame neue Track, bevor es mit den Masta Ace-Stücken Beautiful und Da Grind weiterging. Für F.A.Y. teilten sich der Masta und Strick anschließend die Mic-Hoheit, während die anderen beiden pausierten. Die Soundqualität war diesmal exzellent und die Performances wirkten sehr ausgereift. So wurde Wordsworth bei Block Episode beispielsweise von Punch erschossen und rappte dann im Liegen weiter.

Das Abwechslungsverhältnis zwischen Masta Ace Solos und eMC-Parts war optimal und so stimmte einfach das Zusammenspiel. Nach Take A Walk folgte demnach wieder ein gemeinsames Stück von eMC. Die Crew wirkt unverbraucht und frisch, die Beats wissen zu überzeugen und natürlich liegt der Schwerpunkt auf den Lyrics. Nachdem Flo-Fader ausgiebig seine Turntable Skills veranschaulicht hatte, ließ er den Soulhit Make It Easy On Yourself von Dionne Warwick einlaufen, das als Sample für Hold Ya dient und schließlich darin überging. Die schwer begeisterte Crowd flippte nach dem wieder sehr spielerisch vorgetragenen Travelocity völlig aus, als es Zeit für die Oldschool Banger Born To Roll und I.N.C.-Ride war.

Höhepunkt war dann jedoch als Flo-Fader als Zugabe den absoluten Juice Crew Klassiker The Symphony einspielte, bei dem sich auch Stricklin, Punchline und Wordsworth einreihten, um neue Parts zu kicken. Nach dieser beeindruckenden Oldschool Session, des trotz seines respektablen Alters kaum zu stoppenden Masta Ace, folgte gleich der „Disposable Arts“ Smasher Don’t Understand mit dem Statement „I don’t do White music, I don’t do Black music – I make rap music!“. Wordsworth nutzte unterdessen jede sich bietende Gelegenheit um zu Freestylen. Brooklyn Masala und Acknowledge waren dann zwei weitere Hits in der Zugabe, bevor mit Good Ol’ Love tatsächlich das Ende eingeläutet wurde.

Alles in allem ein durchweg perfekter Auftritt, der von Oldschool Rap über Battle bis hin zu Storytellin‘ alles zu bieten hatte. EMC aus Brownsville, Brooklyn, sind die zurzeit vielversprechendste Crew in Sachen Rap und Lyrics, von der noch so einiges zu erwarten ist.

Andreas Margara (19. Dezember 2006)

eMC – What it stand for