Kategorie: Rap

Blu, Dag Savage, Quelle Chris & Denmark Vessey (Alte Feuerwache Mannheim)

Blu--Exile---Justin-AbbinkIn gebotener Regelmäßigkeit präsentiert Aleksander Manfredi alias Exile heiße Newcomer aus seiner kalifornischen Rapper-Talentschmiede: Aloe Blacc, Blu und Fashawn – um nur drei erfolgreiche Konstellationen zu nennen, mit denen sich Exile als klassisches MC/Producer-Pärchen duo-liert hat. Neuester Exile-Protégé im Dirty-Science-Camp ist der junge Rapper Johaz. Als Dag Savage haben die beiden im Frühjahr mit »E&J« ein gemeinsames Album veröffentlicht, das bereits als Indierap-Highlight des Jahres gefeiert wird. Mit großer Spannung wurde Exile und seine Entourage auf der Dirty Science Tour von den Fans erwartet, trat der Producer aus Los Angeles mit seinem alten Homie Blu als Blu & Exile und seinem neuen Schützling Johaz als Dag Savage schließlich gleich doppelt in Erscheinung. Abgerundet wurde das interessante Line-up außerdem von den Dirty Science Label-Mates Denmark Vessey und Quelle Chris.

Letztere durften den Abend in der gut gefüllten Alten Feuerwache in Mannheim eröffnen. Die Reaktionen auf den unkonventionellen Sound fielen recht unterschiedlich aus. So eckt besonders Quelle Chris mit geistreich betitelten Tracks wie »Super Fuck« an, die er in abstrakter Kool-Keith-Manier auf abgedrehte Beats in Szene setzt. In puncto Innovation sicher einer der spannenderen Künstler der letzten Zeit, den man unbedingt im Auge (Ohr) behalten sollte. Die Bühne erhielt bald schon regen Zulauf, als Johaz nach den Dag-Savage-Stücken »When It Rains« und »Old Times Sake« bereits den Main Act Blu für den gemeinsamen Song »Don’t Stop« begrüßte. Wie sich bald herausstellte nicht ohne Grund, denn Blu feierte heute seinen 31. Geburtstag. Lässig bis zuweilen teilnahmslos schwebte der Birthday-Boy über Bühne und Beats seines soulhaltigen Underground-Klassikers »Below the Heavens«. Ungeahnte MC-Qualitäten präsentierte hingegen sein bärtiger Partner Exile, der sich erst mit einer spontanen Runde Rap hervortat, als human Beatbox in Erscheinung trat und sich danach mit einer ausgedehnten Beat-Show als wahrhaftiges MPC-Monster an den Tasten seines Drumcomputers offenbarte. Die Geburtstagsparty war nun voll im Gange und die Rapper spielten sich gegenseitig die Bälle zu. Eines der letzten Highlights der extrem unterhaltsamen Show setzte Blu mit seinem Hit »So(ul) Amazing«, das die sonnigen Westcoast-Soulvibes von Blu & Exile in Reinform übermittelt. Nachdem er das Mic erneut gekapert hatte, läutete Exile den Abend mit einem Freestylemarathon als Ein-Mann-Cypher dann etwas unsäglich aus.

Tha Liks, Lords of the Underground & Rasco (Karlstorbahnhof Heidelberg)

Tha Alkaholiks, Lords of the Underground und Cali Agents – bei diesem Aufgebot beginnen HipHop-Herzen im Boom-Bap-Rhythmus zu schlagen. Auch wenn die drei Formationen der 90er Rap-Ära am Ende nicht vollzählig in Heidelberg antraten, sorgten sie für eine willkommene Zeitreise.

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“What’s yo name? My name is Ol‘Dirty Bastard and I’m an Alkaholik”. Die legendäre Vokalejakulation des Enfant terribles vom Wu-Tang Clan mussten E-Swift und J-Ro von Tha Alkaholiks dann zwar selbst beisteuern, doch machten sie ODB zum Höhepunkt ihrer Show mit HipHop Drunkies alle Ehre.

Leider ohne Tash aber mit standesgemäßem Pegel und spritzenden Bierflaschen, brachten die beiden Rapper mit dem unzweideutigen Bandnamen den Heidelberger Karlstorbahnhof in Wallung. Ein bulliger Komparse versorgte E-Swift und J-Ro derweil durchgehend mit kühlen Drinks auf der Bühne, wo das Duo mit Alkaholik, Next Level, Make Room und Daam alle Hits abfeuerte – Liquid Funk at its best!

In bester Gesellschaft luden zuvor bereits Mr.Funke, DoItAll Dupré und DJ Lord Jazz von den Lords of the Underground zu einer Zeitreise in die goldenen 90er Jahre des Rap ein. Auch wenn die Plattennadel über die Jahre hinweg schon eine Furche in die Rillen von Psycho, Tic Toc, Check it und Chief Rocka gezogen hat, sorgte der pumpende Sound des Trios aus New Jersey für helle Begeisterung beim Publikum. Ungewöhnlich lang zeigten die Lords einen energiegeladenen Auftritt, bei dem auch Lord Jazz seine Turntable-Skills mit einer fingerfertigen Solo-Einlage demonstrierte.

Komplettiert wurde das vor HipHop-Geschichte triefende Line-up um die Lords und Liks von Rasco, der alleine die Cali Agents in Heidelberg repräsentierte. Mit Gunz still hot und einer Fanfare an brachialen Beats, sorgte der 43-jährige Rapper aus San Francisco jedoch auch solo für ein gelungenes Set.

Respektabel, was die alten Herren der Zunft live noch abliefern!

The Doppelgangaz / Dramadigs (Alte Feuerwache Mannheim)

Mit ihren smooth arrangierten Produktionen versprühen The Doppelgangaz für gewöhnlich auf Gemütlichkeit temperierte Wohnzimmeratmosphäre. Wie man mit solchen Klängen dennoch einen Laden mit seinem Live-Auftritt rockt, demonstrierte das Untergrund-Rap-Duo aus Orange County in der Alten Feuerwache in Mannheim.

Doppelgangaz

Eröffnet wurde der Donnerstagabend von den Deutschrap-Newcomern Dramadigs, die aus dem direkten Umfeld von Flo Mega stammen. Knapp eine halbe Stunde lang präsentierten die Bremer Rapper Konfus und Tsnd Mrk ausgeklügelten Storytelling-Rap auf geschmeidige Kopfnick-Beats.

Eingepackt in ihren schwarzen Jedi-Mänteln übernahmen anschließend Matter Ov Fact und EP die Bühne im gut gefüllten Klub Feuerwache. Dirigiert von DJ Johnny Quest an den Plattenspielern, stimmte das Doppelgangaz-Gespann die Fans mit bassgewaltigen Sample-Beats ein.

Zwischen den Songs nahm sich das „Ghastly Duo“ ausreichend Zeit um witzige Erlebnisse auszuplaudern und mit dem Publikum zu scherzen. Während es den Beiden Rappern gelang, selbst die entspanntesten Grooves mit voller Energie darzubieten, nutzten die Doppelgangaz schnellere Nummern wie Like what like me um die Besucher richtig anzutreiben.

In Def-Leppard-Manier ließ Matter Ov Fact die Menge zu Sugar Awn Eht Zucker für ihn streuen. Auch der kleine EP übte sich als Rockstar und nutzte die Gelegenheit für einen Stagedive in die Arme der Fans, von denen er sich mal eben durch den Raum reichen ließ.

Höhepunkt der guten Performance markierte Barbiturates, einer der hartnäckigsten Rap-Ohrwürmer  des Jahres, seit er im März als Single von „Hark“ (2013) ausgekoppelt wurde. Eine Live-Premiere gab es mit Holla x2, einer viel versprechenden ersten Hörprobe in das für 2014 angekündigte fünfte Doppelgangaz-Album „Peace Kehd“.

Auch wenn sich die begnadeten Beat-Produzenten in der Feuerwache einzig auf das Rappen konzentrierten, ist es den sympathischen The Doppelgangaz an diesem Abend gelungen, den zurückgelehnten Kopfnick-Flavor ihres Sounds in eine packende Live-Show umzumünzen.

Oddisee mit Good Company (Karlstorbahnhof Heidelberg)

Oddisee ist Produzent und Rapper in Personalunion. Eine gefragte Adresse ist er zurzeit in beiden Disziplinen. Auf Tour setzt der Künstler dennoch auf schlagkräftige Begleitung in Form der fünfköpfigen Band Good Company. Beim prêt à écouter Festival in Heidelberg waren wir dabei.

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Die organischen Arrangements von Oddisee tragen die Noten musikalischer Meisterwerke. In puncto Rap hat der Beat-Producer aus Washington D.C. an seinen Skills gefeilt und vor allem seinen Flow verbessert. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen an den vielseitigen Hochkaräter im gut besuchten Karlstorbahnhof.

Die ausgezeichnete Ein-Mann-Show mit Band

Beim Blick auf die mit Instrumenten übersäte Bühne stellte sich zunächst die Frage, wie die Ein-Mann-Show Oddisee wohl innerhalb einer Band funktioniert. Ausgezeichnet, um das gleich mal vorneweg zu nehmen. Obwohl mit Richard Patterson an der MPC extra eine Perkussivposition für Drumcomputer vertreten war, kam der markante Flavor von Oddisees Sample-Sound über den gesamten Abend gesehen jedoch leider etwas zu kurz. Denn trotz der ungeahnten Entertainer-Qualitäten von Amir Mohamed el Khalifa und jazzhaft-genialen Improvisationsmomenten mit Good Company, fehlte hin und wieder der staubtrockene MPC-Sound, der mit den feinen Nuancen der Produktionskunst oder einfach unverfälscht pur durch die Boxen birst.

Auch wenn Oddisee schon unzählige Veröffentlichungen auf dem Kerbholz hat, erschien im letzten Jahr mit People Hear What They See sein allererstes Studioalbum. Brandneue Tracks hatte der Globetrotter auch im Gepäck. Erst Anfang November kam Tangible Dream auf den Markt

Im Kontext der Band erklangen alle Songs, die Oddisee heute präsentierte, ohnehin in völlig neuem Gewand. Neben Jon Laine an den Drums und Dennis Turner am Bass sorgten besonders die gesangsstarken Good-Company-Mitglieder Olivier DaySoul an der Gitarre und der quirlige Ralph Washington an den Keys für abwechslungsreiche Show-Einlagen mit Ausflügen zu Funk, Rock und Sopran-Soul R&B.

He’s super-freaky

Immer wieder fruchteten die freundlichen Schäkereien der sympathischen Sechs auf der Bühne in spontane Sessions, bei denen unter anderem plötzlich Rick James Superfreak angestimmt oder Zwischenrufe aus dem begeisterten Publikum aufgenommen und in das Set integriert wurden.

Auch wenn der Schwerpunkt auf den live-tauglicheren Uptempo-Nummern lag, gab es zwischendurch ausreichend Platz für die starken nachdenklicheren Stücke, wie das von einem Aretha-Franklin-Sample getragene Paralyzed oder das Großstadt-symphonische Own Appeal(Pflichtstück 2013 für jedes mobile Abspielgerät!).

Wenn auch in etwas anderer Form als vielleicht erwartet, konnten die Heidelberger einen erstklassigen Auftritt des Rappers Oddisee sehen, der mit seiner Band im Rücken großes Entertainment bot. Auch 2014 wird es sicher wieder einiges vom ambitionierten Multitalent zu hören geben.

Bonobo (Alte Feuerwache Mannheim)

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Simon Green versteht es elektronische Musik in ein organisches Gewand aus kraftvollen Beats und sanften Melodien zu hüllen. Konzerte des Londoner Produzenten Bonobo gleichen einer Reise durch die Sphären. Mit neuem Album im Gepäck und einer vierköpfigen Band im Rücken spielte er zum ersten Mal in Mannheim.

Den Auftakt in der restlos ausverkauften Alten Feuerwache bereitete Beat-Produzent Flako aus dem erlesenen Kreis von Project Mooncircle.

Dass es zurzeit kein Vorbeikommen an dem in Berlin (und eigentlich überall auf dem Globus) ansässigen Künstlerkollektiv gibt, veranschaulicht unter anderem ein Blick auf das Programm der Alten Feuerwache, wo gerade erst KRTS (Backpackers Tribute Anniversary Jam) gastierte und bald schon Robot Koch die Knöpfe und Regler kontrolliert.

Eine halbe Stunde lang arbeitete Flako sich mit seinem unkonventionellen Set zunächst über soulhaltige Grooves hin zu pulsierenden Bassbeats, die er stets mit elektronischen Spielereien anreicherte. Entlang einer bunten Palette verschiedener Stilrichtungen führte der zwischen London und Berlin pendelnde Produzent schon bestens in die Kunst des Beatschraubens ein.

Vor drei Jahren veröffentlichte Bonobo das viel gelobte Album Black Sands über das experimentierfreudige Label Ninja Tune, auf dem nun auch sein neues Werk The North Borders erschien. Mit Anleihen aus Garage und House stellt Bonobo hier seine Vielseitigkeit einmal mehr unter Beweis.

Wie man den hypnotischen Bonobo-Sound erfolgreich aus dem Chill-out Room in die Live-Arena befördert, präsentierte der Londoner mit seiner schlagkräftigen Action-Kombo im Rücken. Johnny Tomlinson am Keyboard, Mike Lesirge (Blasinstrumente), Ewan Wallace an der Gitarre und Jack Baker am Schlagzeug orchestrierten die Downtempo-Beats gemeinsam mit Multiinstrumentalist Green.

Die gesangsstarken Parts, die auf Black Sands ursprünglich Andreya Triana beisteuert, übernahm die charismatische Chanteuse Szjerdene. Auf The North Borders ist sie gleich auf mehreren Songs zu hören.

Von der ersten Minute an gelang es Bonobo das Publikum mit seinen selbst eingespielten Xylophon-Rhythmen von Cirrus einzufangen und die Brücke in eine andere Dimension zu schlagen. Mit geballter Intensität fluoreszierte anschließend gleich Stay the Same durch die Soundanlage und schwirrte fortan schwerelos durch den Raum.

Ebenso vielschichtig wie seine Arrangements, bettet sich eine jeweils behutsam erzeugte Ästhetik der einzelnen Songs in die komplexe Bonobo Soundstruktur.

Seine eklektische Mixture aus Electro, Jazz, Soul, House und vielen weiteren nicht zuzuordnenden Genres hielt sich jedoch ideal die Balance und verschmolz am Ende zu einem stimmigen Set, das von Eyesdown, den asiatisch-melodiösen Streichern aus Kiara und dem vollen The-North-Borders-Programm keine Wünsche mehr offen ließ.

Große Kunst!

Nas in Heidelberg (Halle-02)

NAS

Nasty Nas in your area: Neben den Terminen in Hamburg und Berlin führte seine Mini-Deutschland-Tour den Rap-Superstar Nas am 22. März 2013 auch zum ersten Mal in das vergleichsweise provinzielle Heidelberg, das in puncto HipHop jedoch eine umso bedeutendere Rolle einnimmt.

Sollte es tatsächlich so etwas wie eine Rangliste der besten Rapper bedürfen, wäre eine Top-Five ohne Nas undenkbar. Mit seinem viel gefeierten Debütalbum Illmatic (1994) hat Nasir bin Olu Dara Jones nicht nur einen Meilenstein geschaffen, sondern die Blaupause für Rap einer ganzen Generation von Künstlern gleich mitgeliefert. Life Is Good (2012) lautet der neuste und mittlerweile zehnte Streich des Ausnahmekünstlers aus Queens, New York City. In der restlos ausverkauften Halle02 in Heidelberg freute sich das bunt durchmischte Publikum auf einen Querschnitt aus 20 Jahren Nas.

Klassiker in Kurzfassung

Als die australische Rapperin Iggy Azalea nach einer blassen Krächz-Performance, deren eigentliches Highlight aus hautengen Daisy Dukes bestand, das Feld für DJ und Drummer von Nas frei gemacht hatte, dauerte es nur eine kurze Salve Rap-Sure-Shots, ehe der Maestro endlich selbst auf der Bühne stand.

Nasty vom neuen Album lieferte den passenden Einstieg für die große Nas-Show, bevor es mitN.Y. State of Mind und It Ain’t Hard To Tell schon deutlich schneller als erwartet zu den altbewährten Klassikern von Illmatic überging. Zwar leider nicht in voller Länge, aber frenetisch unterstützt von der textsicheren Crowd, begann Nasir Jones mit Represent, The World Is Yours und Life’s a Bitch einen musikalischen Tempolauf durch die Platin-prämierte Platte.

Gut aufgelegt und ohne viele Gadgets und Gimmicks führte der 39-jährige New Yorker anschließend durch ein fast chronologisches Best-of seiner nachfolgenden Veröffentlichungen. Angefangen bei The Message, Street Dreams und dem obligatorischen Welthit If I Ruled The World von It Was Written (1996), führte Nasty Nas über I Can, Nastradamus und Nas Is Like zum vorläufigen Stimmungs-Höhepunkt Hate Me Now – bei dem die begeisterte Zuhörerschaft den Mann aus den Queensbridge Projects gebührend als ihren Rap-Messias feierte.

Leider pendelte sich allzu schnell wieder der unvollendete Medley-Charakter des Abends ein, als Nas Halftime, Memory Lane und Phone Tap von seiner Clique The Firm zu einem wenig geschmackvollen Allerlei zusammenschnippelte und in etwa einer halben Minute kredenzte.

HipHop Hitfeuer

An Hits ließ Nasir Jones allerdings keine Wünsche offen und komplettierte den sonst guten und knapp 80-minütigen Auftritt mit One Mic, Made You Look und HipHop Is Dead. Dass Nas nicht auf der Bühne explodiert, ist einerseits seiner fast phlegmatischen Coolness geschuldet und andererseits ist er eben doch mehr tiefgründiger Lyricist als prollige Rampensau.

Da Nas kein Freund von wir-klatschen-dich-nochmal-zur-zugabe-raus ist, beließ er es am Ende bei seinem Abschiedsgruß und verschwand mit einem Satz ins Land der Blunts und Hennessys.

Action Bronson (Alte Feuerwache Mannheim)

Action Bronson ist der gefeierte HipHop-Newcomer der letzten beiden Jahre. Zum ersten Mal begab sich der New Yorker mit den albanischen Wurzeln auf kleine Europa-Tour – in Deutschland gastierte er nur in Mannheim und Berlin. In der Alten Feuerwache haben wir uns angeschaut, was das Überraschungspaket zu bieten hat.

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Lights, camera, action! Um kurz nach 21 Uhr stand er auf der Bühne der Alten Feuerwache: Action Bronson. Der Mannheim-Termin des Newcomers war einer seiner ersten in Europa überhaupt, weshalb er in der gut gefüllten Halle mit umso größerer Spannung erwartet wurde. Den kalten Temperaturen setzte das Rap-Schwergewicht aus Queens, New York lediglich ein labbriges Shirt und Knickerbocker entgegen. Mit seinen Händen klammerte er sich an einen großen Tonkrug – über den Inhalt wurde im Publikum wild spekuliert.

Vom Koch zum Rap-Newcomer

Kleiner als erwartet, aber mit umso mächtigerer Wampe, eröffnete Bronson sein Set. Als Opener wählte er Gateway To Wizardry von seinem Mixtape Rare Chandeliers, das er erst in diesem Jahr gemeinsam mit Produzentenkoryphäe Alchemist aufgenommen hat (und nun auf seiner Webseite zum kostenlosen Download anbietet).

Vor seiner Karriere als Rapper – er hat mittlerweile einen Vertrag bei Warner Bros Recors unterschrieben – arbeitete der 29-jährige Ariyan Arslani als Gourmet-Koch in New York. Noch immer spielt das Kochen eine zentrale Rolle in den Lyrics von Action Bronson. Well-Done (2011) heißt zum Beispiel auch sein zweites Album, das musikalisch komplett von Statik Selektah umgesetzt wurde und das besonders durch seine samplebasierten Beats besticht. Neben seinem markanten Flow, der bisweilen an Ghostface Killah vom Wu-Tang Clan erinnert, fällt Bronson vor allem durch seine wildwüchsige Schifferkrause in stechendem Rot auf, bei der selbst ein Pierre Vogel blass vor Neid wird.

Action Bronson & Statik Selektah – Not enough words

Auf Tuchfühlung mit dem Rauschebart

Auf Tuchfühlung mit dem Rauschebart konnten die Fans dann schon beim nächsten Track gehen: Mit „fuck the stage, we’re outta here!“ verabschiedete sich Action von seinem DJ, begab sich in die Crowd und präsentierte Pouches of Tuna mal eben direkt neben dem überraschten Soundmischer.

Kaum zurück im Scheinwerferlicht, tauchte er nach Barry Horowitz und seinem Part aus Elimination Chamber von Domo Genesis & Alchemist schon wieder ab, um einen Rollstuhlfahrer durch den Raum zu geleiten. Nur wenig später konnte man Bronsolini bereits an der Bar treffen, wo er sich mitten in der Show eine Cola orderte. Not Enough Words und Shiraz leiteten schließlich das Ende der außergewöhnlichen Veranstaltung ein, bevor der extrem bodenständig auftretende Bronson ausnahmslos alle dazu einlud, den Backstage-Bereich zu stürmen.

Als Fazit der Performance bleibt zumindest eine Erkenntnis: Schön, dass es 2012 scheinbar wieder möglich ist, auch eine große Location wie die Alte Feuerwache mit erstklassigem (Untergrund-)Rap zu füllen. Mehr davon!