Bonobo (Alte Feuerwache Mannheim)

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Simon Green versteht es elektronische Musik in ein organisches Gewand aus kraftvollen Beats und sanften Melodien zu hüllen. Konzerte des Londoner Produzenten Bonobo gleichen einer Reise durch die Sphären. Mit neuem Album im Gepäck und einer vierköpfigen Band im Rücken spielte er zum ersten Mal in Mannheim.

Den Auftakt in der restlos ausverkauften Alten Feuerwache bereitete Beat-Produzent Flako aus dem erlesenen Kreis von Project Mooncircle.

Dass es zurzeit kein Vorbeikommen an dem in Berlin (und eigentlich überall auf dem Globus) ansässigen Künstlerkollektiv gibt, veranschaulicht unter anderem ein Blick auf das Programm der Alten Feuerwache, wo gerade erst KRTS (Backpackers Tribute Anniversary Jam) gastierte und bald schon Robot Koch die Knöpfe und Regler kontrolliert.

Eine halbe Stunde lang arbeitete Flako sich mit seinem unkonventionellen Set zunächst über soulhaltige Grooves hin zu pulsierenden Bassbeats, die er stets mit elektronischen Spielereien anreicherte. Entlang einer bunten Palette verschiedener Stilrichtungen führte der zwischen London und Berlin pendelnde Produzent schon bestens in die Kunst des Beatschraubens ein.

Vor drei Jahren veröffentlichte Bonobo das viel gelobte Album Black Sands über das experimentierfreudige Label Ninja Tune, auf dem nun auch sein neues Werk The North Borders erschien. Mit Anleihen aus Garage und House stellt Bonobo hier seine Vielseitigkeit einmal mehr unter Beweis.

Wie man den hypnotischen Bonobo-Sound erfolgreich aus dem Chill-out Room in die Live-Arena befördert, präsentierte der Londoner mit seiner schlagkräftigen Action-Kombo im Rücken. Johnny Tomlinson am Keyboard, Mike Lesirge (Blasinstrumente), Ewan Wallace an der Gitarre und Jack Baker am Schlagzeug orchestrierten die Downtempo-Beats gemeinsam mit Multiinstrumentalist Green.

Die gesangsstarken Parts, die auf Black Sands ursprünglich Andreya Triana beisteuert, übernahm die charismatische Chanteuse Szjerdene. Auf The North Borders ist sie gleich auf mehreren Songs zu hören.

Von der ersten Minute an gelang es Bonobo das Publikum mit seinen selbst eingespielten Xylophon-Rhythmen von Cirrus einzufangen und die Brücke in eine andere Dimension zu schlagen. Mit geballter Intensität fluoreszierte anschließend gleich Stay the Same durch die Soundanlage und schwirrte fortan schwerelos durch den Raum.

Ebenso vielschichtig wie seine Arrangements, bettet sich eine jeweils behutsam erzeugte Ästhetik der einzelnen Songs in die komplexe Bonobo Soundstruktur.

Seine eklektische Mixture aus Electro, Jazz, Soul, House und vielen weiteren nicht zuzuordnenden Genres hielt sich jedoch ideal die Balance und verschmolz am Ende zu einem stimmigen Set, das von Eyesdown, den asiatisch-melodiösen Streichern aus Kiara und dem vollen The-North-Borders-Programm keine Wünsche mehr offen ließ.

Große Kunst!

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