Murs & Fashawn (Klub K Heidelberg)

Mit einem Altersunterschied von zehn Jahren fallen die Rapper Murs (34) und Fashawn (24) gerade noch so in die gleiche Reimgeneration. Für das Kollabo-Album „This Generation“ haben sich die beiden MCs von der Westküste zusammengetan und sich schon kurz nach den letzten Aufnahmen auf Europa-Tour begeben. Im eiskalten Heidelberg gelang es Murs und Fashawn für kurze Zeit, den sonnigen Flavor von Kalifornien zu versprühen.

Murs&Fash

Bestens gelaunt und bewaffnet mit einer dampfenden Tasse Glühwein vom Heidelberger Weihnachtsmarkt, bestiegenFashawn und Murs die Bühne im gut gefüllten Klub K. This Generation erschien Anfang Dezember. Es wurde komplett von Beatnick & K-Salaam produziert. Mit dem gleichnamigen Titeltrack eröffneten sie den besonders eisigen Abend in der Kurpfalz. Nach weiteren Kostproben ihrer Koproduktion präsentierten die Rapper im Wechsel auch ihre Solostücke.

Solo-Hits im Wechselspiel

Den Anfang machte Fashawn mit Life as a Shorty von seinem Debütalbum Boy meets World (2009). Etwas verblüfft von der enormen Begeisterungsfähigkeit des Publikums, erkundigte sich Murs bei seinem Kumpel, ob Boy meets World in Europa den Status von Illmatic in den Staaten habe. Mit Bad Man von 3:16 The 9th Edition (2004), das in Zusammenarbeit mit der Produzentenkoryphäe 9th Wonder entstanden ist, konnte der mittlerweile kahlgeschorene Rapper aus Los Angeles allerdings gleich darauf schon wieder selbst punkten und nachziehen.

Auch wenn Duck Down als Label für klassischen Rap-Sound der Ostküste steht, haben Murs und Fashawn mit 64 Impala auch eine G-Funk Hommage auf ihrem Album platziert. Die Klänge aus hochgepitchten Keyboards und tiefergelegter Bassline sind besonders in den sonnenerprobten Heimatstädten der Rapper – Fresno und LA – kult. Umso weniger authentisch träufelten die Sommer-Vibes vor dem Panorama des fast zugefrorenen Neckars aus den Boxen. Aber: Alle Anwesenden nahmen es mit Humor und machten sich zu ihrem kalten Bier möglichst warme Gedanken.

Stolz stellte Fashawn anschließend mit Hola Santiago einen seiner neuen Solo-Tracks von Champagne & Styrofoam Cups vor. Exile, dessen Beats in den letzten Monaten gefühlt alle volley an den doch sehr umtriebigen Blu weitergereicht wurden, hat den Banger für Fash produziert. Mit seinem gemeinsam mit 9th Wonder arrangierten Remake von Common’s Evergreen I used to love her, setzte auch Murs im letzten Viertel voll auf die Sure Shots. Für das Wonder-Brett 3:16 begab sich der Living-Legends-MC sogar extra von der Bühne herab, um beim Springen mit dem Kopf nicht an die doch sehr tiefe Decke zu rattern.

Die krönende Schlussnote der Show des sympathischen Westcoast-Gespanns setzte wiederum Fashawn mit Samsonite Man, der Hymne für alle Globetrotter und rollenden Steine. Bleibt nur zu hoffen, dass der Weg der beiden bald wieder nach Heidelberg führt!

2 Kommentare

  1. einNeugieriger

    Wäre es möglich immer eine kleine Ankündigung zu machen vor dem Konzert. Ist ein bisschen schade immer erst was mitzukommen, wenn alles vorbei ist :(

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