Evidence: „Cats & Dogs“

Die Zeichen stehen auf Regenwetter: Evidence, der Weatherman, ist zurück und es regnet „Cats & Dogs“. Mit seiner zweiten Albumveröffentlichung präsentiert der Rapper von den Dilated Peoples das bisher beste Rapalben des Jahres 2011. Beheimatet ist der Produzent und Rapper der Dilated Peoples mittlerweile auf dem für seine erlesene Qualität bekannten Indie-Label Rhymesayers Entertainment. Mit Alchemist, DJ Babu, DJ Premier, Sid Roams und seiner selbst hat Evidence wieder eine ähnlich schlagkräftige Truppe an Beatbauern versammelt wie schon für sein Debüt The Weatherman LP, das sich durch knochentrockenen Boom-Bap-Sound ausgezeichnet hat. Ein kurzer Gastauftritt von Aloe Blacc gepaart mit einem packenden Streicher-Sample der Soulikonen von Main Ingredient läutet das zweite Epos von Evidence ein. Schnell wird klar: hier wird noch großes passieren. Für die königlichen Gäste Raekwon und Ras Kass auf The Red Carpet rollt Alchemist zunächst einen roten Beatteppich aus, auf dem die Kick Drum locker den Takt vorgibt. I don’t need love ist Ev’s Mantra, das er sich selbst vorsagen muss, um über die Verflossene hinweg zu kommen. Was seine MC-Qualitäten angeht, offenbart der Mann mit den betont langsam geflowten Lines eine deutliche Steigerung. Die herausragende Premo-Produktion You vollendet Evidence mit punktgenauen Rhymes zu einem absoluten Brett. Bei diesem mit freshen Cuts angereicherten und vor sattem Bass triefendem Soundgerüst von DJ Premier kann sich sicher auch die gesamplete Mavis Staples trotz ihrer 72 Lenzen heftiges Kopfnicken nicht verkneifen. Boom Bap Puristen kommen auch bei To Be Continued voll auf ihre Kosten. Sid Roams inszeniert hier die Snare derart bissig, dass die Boxen schon anfangen zu schnappen. Dazu versohlt die Kick Drum ordentlich die Gehörmuschel. Die Auflösung, warum auf Cats & Dogs kein Titel mit der Nummer 13 existiert, erklärt er möglicherweise auch gleich in diesem Stück: „Ten commandments, 24 hours, the 13th floor was missing in the towers“. Ein ganzes Spektrum an interessanten Gastrappern reiht sich mit Krondon, Slug, Aesop Rock, Termanology, Roc Marciano, Prodigy, Lil’ Fame und Rakaa Iriscience noch in das extrem atmosphärische Klima der Scheibe ein. Schwachstellen sind über die ganze Länge schlichtweg keine zu finden. Mit seinem zweiten Album ist Evidence damit erneut der große Wurf gelungen. Im Fazit übertrifft er sogar sein eigenes Debüt und bringt sich damit unweigerlich als Topkandidat für das Rap-Album des Jahres 2011 ins Gespräch!

Andreas Margara (21. September 2011)

Evidence – To be continued…

Ein Kommentar

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