Arrested Development: „Strong“

Arrested Development melden sich wieder einmal zurück! Strong heißt das mittlerweile neunte Album der afrozentrischen Rap und Soul-Combo aus Atlanta, die seit 1989 in unregelmäßigen Abständen von sich hören lässt. Obwohl sich während des Reggae-Openers Bloody noch kein wirkliches Bild vom neuen Sound der achtköpfigen Truppe abzeichnet, dringt mit den ersten gerappten Zeilen von Frontmann Speech schon bald eine beruhigend-vertraute Stimme in den Gehörgang ein, die einen über die nächsten 50 Minuten permanent begleitet. Ein Flashback, als hätte das Debüt 3 Years, 5 Months & 2 Days in the Life Of… gerade zuvor noch im CD-Wechsler gelegen. Inhaltlich gibt sich die Grammy-prämierte Gruppe gewohnt weltverbesserisch. Sozialkritisch (Trends), politisch (Let Your Voice Be Heard) und 2011 natürlich auch nachhaltig in Sachen Umwelt (Greener). Verkehrt ist das nicht, revolutionär allerdings auch nicht. Für Abwechslung sorgt der Soulgesang von Tasha Larae und Montsho Eshe. Was die zugehörige Vertonung angeht, klingt das alles in allem sehr herkömmlich. Höhepunkte bleiben auf Strong leider aus, wenn sich ein zweitklassiger Titel an den nächsten reiht, verlagert sich der Schwerpunkt mehr auf „arrested“ als auf „development“. Eingefleischte Fans von AD, die sich zurück sehnen nach dem alten Sound, mögen dennoch auf ihre Kosten kommen. Außerdem scheint die ohnehin viel wichtigere Nachricht des neuen Albums zu sein, dass das alternative Kollektiv wieder auf Tour kommt. Und Live sind Arrested Development immer noch ganz weit vorne anzusiedeln!

Andreas Margara (21. Mai 2011)

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