Reimreport 2010

Das erste volle Jahr Blog Party brachte mehr als 50.000 Klicks ein, was ohne meinen vierteljährlichen Auslandsaufenthalt (in dem sich hier fast nichts tat) sicher noch weitaus höher gewesen wäre. Trotzdem gibt es einiges im musikalischen Rückblick – dem jährlichen Reimreport – zu analysieren:

Alben 2010

Eigentlich schon Ende 2009 gedropt, lieferte Montezuma’s Revenge von den Souls of Mischief nicht nur den Sound für das Frühjahr, Tour Stories entpuppte sich sogar als würdiger Nachfolger von 93 til infinity – läuft also immer noch auf Rotation. Im Bereich Funk & Soul überzeugte Shawn Lee mit seiner Asien-Connection Bei Bei und Into The Wild, die ehemalige Stones-Throw-Soulqueen und angetraute von Dudley Perkins, Georgia Anne Muldrow, würdigte dem verstorbenen King of Pop mit einer King’s Ballad, Corinne Bailey Rae überraschte mit einem wenig kommerziellen Souljazz Album (The Sea), die australische Combo The Bamboos hatte mit „4“ eine quirlige Portion Deep Soul im Gepäck. Völlig überzeugte hingegen erneut die füllige Soulbrumme Sharon Jones mit ihren Dap Kings und dem Longplayer I Learned The Hard Way. Plain & Simple – so kann Soul auch aus Deutschland klingen, wie die Kölnerin Rachel Scharnberg offenbarte. Einen hybriden Rohling aus HipHop und Soul lieferte Lady Daisey mit ihrem Mann und Producer Batsauce ab – In My Pocket markiert eines der musikalischen Highlights 2010.

Coverdesign by Pommes

Im HipHop 2010 dominierte einmal mehr das Mittelmaß. O.C. & A.G. erfüllten mit Oasis nicht annähernd die hohen Erwartungen, die Swollen Members (Armed To The Teeth) schaffen es nicht mal mehr diese überhaupt in die Höhe zu treiben. Marco Polo stellte den Rookie Ruste Juxx (The eXXecution) vor, die Veteranen von Cypress Hill kamen mit einem neuen Album (Rise Up) um die Ecke. Ansonsten gab es noch neues von den Antihelden (Kein Happy End), Blumentopf (Wir), Gentleman (Diversity), MIA (Maya), Guilty Simpson und Madlib (OJ Simpson), Murs & 9th Wonder (Fornever). Weit vorne sind hingegen die neuen Scheiben von Black Milk (Album Of The Year) und J.R. & PH7 (The Update) anzusiedeln.

DJ Blastars Deutschrap Mixtape No.2 wurde 2010 im JUICE Magazin zurecht als Mixtape des Monats (April) prämiert. Ansonsten sorgten Lookey (Mother Earth/Mother Fucked) und Dwel (Megaherz) für Deutschrap mit Niveau.

Konzerte 2010

Konzertberichte fielen dieses Jahr etwas spärlicher als gewohnt aus: In Heidelberg habe ich mir DJ Vadim, Diamond District, Brother Ali, Dee Dee Bridgewater, Dendemann und Blitz the Ambassador angeschaut. In Weinheim waren u.a. die Swollen Members, Fashawn und Exile und Devin The Dude zu sehen. Stimme hin und her, und auch wenn Sie mit ihrem Auftritt polarisiert hat – Whitney Houston (Mannheim) einmal live zu sehen war dennoch ein Erlebnis. Um Das EFX zu erleben bedurfte es einer etwas weiteren Fahrt nach Dresden. Den deutschen Elektro-Exportschlager Mouse on Mars mit Tri Minh im Vorprogramm erlebte ich sogar ganze 9687.787 km weit entfernt von zu Haus in Ho-Chi-Minh-Stadt.

2010: check!

Stay true to who you are. Happy New Year to everyone!

Andreas Margara (30. Dezember 2010)

 

Black Milk – Losing Out

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