M.I.A.: „Maya“

Die ersten beiden Alben hat M.I.A. nach ihren Eltern Arular und Kala benannt. Folgerichtig trägt das dritte Werk „Maya“ ihren eigenen Namen. Galt Mathangi „Maya“ Arulpragasam, die in London geboren wurde und in Sri Lanka aufwuchs, bei ihrem Debüt noch als frischer Wind, der die Popszene mit Rebellion und politischen Inhalten aufmischt, so verkörpert sie jetzt die Rolle des Slumdogs mit Millionärsgehalt aus dem amerikanischen Exil. Trotzdem sorgte die neue Single Born Free für großen Aufruhr. Das zugehörige Video, in dem die Polizei eine Hetzjagd auf Rothaarige macht, galt YouTube als anstößig genug um es zu sperren. Auch musikalisch ist der Track sehr anarchisch, wenn sich Gitarren und elektronische Versatzstücke dabei zum rustikalen Mashup vereinen. Während sich XXXO problemlos über jeden Dancefloor schmiegt, klingt Steppin Up in etwa so, wie wenn sich meine Heimwerkergeräte zum gemeinsamen musizieren verabreden würden. Teqkilla ist eine verschrobene Tour durch den grellen Electro-Dschungel, nach dessen sechs Minuten Spielzeit erstmal Ohren-Malaria angesagt ist. Ähnlich wie einst Public Enemy kreiert M.I.A. eine Geräuschkulisse hinter der sich politische Aussagen und Sozialkritik verbergen. In ihrem Fall provokativer Synthie-Dubstep, der durchaus den ein oder anderen Bollywood-Banger birgt.

Andreas Margara (29. Juli 2010)

für HHV-Magazin

M.I.A. – Born Free

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