O.C. & A.G.: „Oasis“

Vor geraumer Zeit haben sich die renommierten Rapper O.C. und A.G. zusammengetan, um das bedeutende New Yorker HipHop-Kollektiv D.I.T.C. mit dem gemeinsamen Album Oasis wiederzubeleben. Für Laien mag das nach einem wenig schmackhaften Akronym-Salat klingen, Liebhaber des 90er Boom Bap Sounds hingegen horchen hier erwartungsvoll auf. Nach dem Tod von Big L 1999 und der unglücklichen musikalischen Entwicklung Fat Joes, scheinen Omar Credle und Andre the Giant prädestiniert dafür zu sein, um die Diggin’ in the Crates-Truppe wieder zu altem Ruhm zu führen. Obwohl Buckwild und Diamond D bei diesem Spektakel leider nicht partizipieren, haben mit Show und Lord Finesse dennoch zwei der hauseigenen D.I.T.C.-Mitglieder als Produzenten für Oasis fungiert. Spätestens nach den Hardcore-Rapsalven und messerscharfen Cuts im Intro verfliegen dann auch die letzten Britpop-Melodien, die einem bei der Betitelung Oasis automatisch durch den Kopf rauschen. Mit Keep It Going knüpft direkt eines der besten Stücke des Albums an. Sowohl A.G. als auch O.C. gelingt es, die eingängigen Beats mit ihrem gewaltigen Slowflow zu kontrollieren. Überraschend enttäuschend hingegen sind die klanglosen Arrangements von Lord Finesse. Während Give It Back und Get Away von wenig Innovation zeugen, ist Alpha Males nichts anderes, als eine abgeschwächte Kopie von Hungry, das No I.D. 1997 bereits für Common genial inszeniert hat. Auch die Produktionen von E Blaze und A.G.’s langjährigem Gefährten Show sind extrem simpel gestaltete Loops, die nur wenig Freiraum für Abwechslung bieten. Nichtsdestotrotz liefern Andre und Omar mit Oasis druckvollen Boom Bap ab, der allerdings noch nicht genug Schlagkraft besitzt, um direkt an die glorreichen 90er Veröffentlichungen der D.I.T.C.-Clique anzuknüpfen.

Andreas Margara (28. Dezember 2009)

2 Kommentare

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