Sumocide: „Sumocide“

sumocide_Cover.jpgNach drei Rap-Alben kehrt Mitchman unter dem Alias Sumocide nun musikalisch dorthin zurück, womit bei ihm eigentlich alles begann: Indie und Alternative. Schon beim ersten Stück seines neuen Silberlings geht es deshalb rockig a la Such a Surge und Dog Eat Dog los. Die Texte sind zwar weiterhin auf deutsch und in rap-üblichem Versmaß gehalten, doch sorgt die gitarrenlastige Crossover-Soundkulisse mit hauseigener Band für deutlich mehr Druck. Sinnbildlich steht Ich bin gleich für das inhaltliche Konzept des Albums, denn Sumocide ist ein musikalischer Selbstfindungstrip. Existentielle Fragen, die Philosophie des Seins und schlichtweg Systemkritik bilden den anspruchsvollen Leitfaden von Songs wie Der Mensch, Grenzen und Zeitgeist. Auf ironische Weise und mit einer gesunden Prise Zynismus, prangert Sumocide auf Lebensmotto zum Beispiel den Druck und die Gier in der Fleiß- und Leistungsgesellschaft an. Ähnlich wie die letzten Alben ist Sumocide ist ein sehr persönliches und nachdenkliches Werk, das fast ohne Features auskommt. Wie schon das aufwendig gestaltete schwarzweiß Artwork der CD, zeichnet der Interpret diesmal weitaus dunklere Bilder, die ernster und weniger humoristisch wirken. Bis auf das gefühlvolle Traumfrau sind die Tracks mindermelodiös und vielmehr geprägt von berstenden Klampfenriffs. Neben der tonangebenden Gitarre, lebt der Sound von selbst eingespielten Drums, im Titelthema kommt sogar eine Geige zum Einsatz. Ein echtes Highlight hat Sumocide zum Schluss als Hidden Track nach Genug gesagt untergebracht: im Vergleich zu den vorigen Stücken gibt es hier inhaltsleichte Kost in Form einer Sauforgie. Wer Such a Surge-Zeiten nachtrauert und ehrliche Texte zu schätzen weiß, dem sei empfohlen Sumocide „zu begehen“.

Andreas Margara (31. Oktober 2009)

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