Doom: „Born like this“

bornAlter ungewiss, Skills unbegrenzt und zu beschreiben unmöglich: der Rapper und Produzent MF Doom ist ein Mysterium – alle weiteren Infos über den geheimnisvollen Maskenmann würden den Rahmen dieser Rezension deutlich sprengen. Inspiriert von verstaubten 60er-Jahre-Cartoons der „Fantastic Four“, jeder Menge knisternder Jazz- und Soulscheiben und dem Poeten Charles Bukowski, steht nach fünf Jahren Wartezeit endlich sein drittes Soloalbum im Plattenregal. Obwohl das reimende und beatschraubende Enigma für Born like this den Namenszusatz „MF“ mittlerweile abgelegt hat, setzt Daniel Dumile äußerlich weiterhin auf seine metallene Maske. Schon das kunstvoll gefertigte Klapp-Cover aus dem britischen Hause Lex Records lässt HipHop-Herzen höher schlagen.

Schlagkräftig agiert Doom anschließend verbal auf das Mashup der J Dilla-Beats Dig It und Phantom of the Synths, ehe mit Jake One direkt der nächste MPC-Meister den Klang aufbereitet. Brüsk und ungefiltert demonstriert der Superschurke Doom in meisterlicher Manier, warum er der Untergrund-König der Rapmusik ist. Auch der Sound besticht durch sein genial unsauberes Klima, das von erdigen Samples und eingestreuten Schnipseln aus längst abgesetzten TV-Serien durchzogen ist. Abzug gibt es allerdings für die nicht ganz frisch aufgelegten Beats. Einiges Material hat Doom nämlich in Form seiner als Metal Fingers veröffentlichten Instrumental-Serie Special Herbs bereits verwendet. Das eingängig-treibende UFO von ESG zum wiederholten Male neu aufzubereiten geht auch nicht gerade als innovativ durch. Dennoch gelingt ihm mit tatkräftiger Unterstützung von Raekwon am Ende ein sehr gelungenes Yessir!.

doomFür Absolutely kommt es zu einem gelungenen Aufeinandertreffen mit Madlib, das in einer runden Groove-Session mündet. Lightworks von Dillas Donuts-Album ist dann ein weiteres Stück, das nicht ganz unbekannte Schallwellen auswirft. Kongenial hängt sich Doom bei Cellz an Charles Bukowski dran, der obskurer Weise sein Werk „Dinosoria, We“ zum Besten geben darf. Seiner Vorliebe für melodiöse Streicher-Loops frönt MF auf seinen bestechenden Eigenproduktionen That’s That und Angelz. Bei letzterem hilft außerdem der mit Dooms-Timbre perfekt harmonisierende Ghostface Killah alias Tony Starks mit seinen Reimen aus. Trotz seines düsteren Oldschool-Antriebs unterstreicht Supervillainz die humorvolle Seite von Doom, indem er mit seinen Homies Kurious, Slug und Prince Paul die wahren Schurken des Pop-Raps mit einer gehörigen Portion Auto-Tune persifliert.

Born like this ist trotz seiner nicht immer brennend neuen Beats ein vielschichtiges Gesamtwerk des einzig wahren Maskenmannes, das zum dringenden Rap-Pflichtprogramm in 2009 gehört.

Andreas Margara (25. Juni 2009)

MF DoomDoomsday

3 Kommentare

  1. mahogany

    du mein freund, solltest weiter deutschrap hören.
    unfickbar. was is das für eine bezeichnung?
    warum schreibt du nicht, MF Doom ist der beste?
    dieses ganze ghetto wannabe geschwafel geht mir derbe auf den sack.

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