J Dilla: „Jay Stay Paid“

Jay-Stay-Paid-by-J-Dilla_hnsm57w7yA0x_fullMehr als drei Jahre ist es mittlerweile schon her, dass Produzent J Dilla an den Folgen der Autoimmunkrankheit Lupus im Alter von nur 32 Jahren verstorben ist. Dennoch scheint die Kette an Hommagen und Tributes längst nicht abzureißen. Mit Jay Stay Paid hat Dillas großes Vorbild Pete Rock eine 28-Titel starke Kollektion unveröffentlichter Dilla-Beats zusammengemixt, die nun posthum als offizielles viertes Album des Soundvirtuosen aus Motown erschienen ist. Jetzt stellt sich natürlich die große Frage, ob James Dewitt Yancey diese Produktionen überhaupt für vollendet hielt und für die Ohren der Öffentlichkeit vorgesehen hatte. Diesen Umstand hat Pete Rock allerdings mit der wohlwollenden Zustimmung von Ma Dukes (Dillas Mutter) und einem geschickten Kunstgriff optimal gelöst. Jay Stay Paid ist nämlich im Stile einer Radioshow arrangiert. Neben dem überwiegenden Teil instrumentaler Klangkörper aus dem dilla’schen Keller, die gerade durch ihre teils ungeschliffenen Ecken und Kanten überzeugen, gibt es nur eine Handvoll gerappter Kontributionen. Diese stammen mit Doom, Phat Kat, Raekwon und Black Thought von The Roots auch alle aus dem direkten Umfeld der Detroiter Beat-Koryphäe und schmiegen sich deshalb passgenau auf den unvergleichlichen Dilla-Sound. Programmdirektor Pete Rock leitet auf seiner einstündigen DillaFM-Show durch einen Querschnitt aus acht Jahren Arbeit an der MPC, die definitiv einiges zu bieten hat. Tatsächlich sind viele der Produktionen unbekannt und nur ein paar wenige auf Dillas raren Beat-Tapes verbreitet. Unter anderem meldet sich neben DJ Premier auch noch J Dillas kleiner Bruder Illa J zu Wort, der sich musikalisch bemüht allmählich in die übergroßen Fußstapfen seines Bruders zu treten. Die hörenswerte Zusammenstellung Jay Stay Paid ist für alle Dilla-Fans obligatorisch, auch alle anderen Rap-Sympathisanten sollten mit dem organisch-erdigen Sounderlebnis zu beglücken sein.

Andreas Margara (26. Juni 2009)

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