Marco Polo & Torae: „Double Barrel“

marcotoraebarrelAuf seinem Debütalbum Port Authority (2007) fuhr der kanadische Produzent Marco Polo mit Rappern wie Kool G Rap und Masta Ace nicht nur das Who’s Who der reimenden Zunft auf, sondern überraschte gleichzeitig durch gewaltige Beats im traditionellen New York-Stil. Im Jahr darauf war es dann ein anderer Newcomer, der mit seinem Street Album Daily Conversation, speziell aber mit seinem Underground-Hit Callin’ Me, für große Beachtung sorgte: Torae. Für das Projekt Double Barrel haben die Beiden ihre Kräfte nun gebündelt und eine zündende Hardcore-Scheibe an den Start gebracht. „He’s bringing the hardest production he can bring, I’m bringing the hardest rhymes I can bring“ – bringt Torae die Zusammenarbeit auf den Punkt. Zunächst führt DJ Premier in das Werk ein, indem er den Newcomern schon vorneweg ein Boom Bap-Gütesiegel aufklebt. Anschließend treibt Polo die Bässe in schwindelerregende Höhen, Torae setzt seine aggressiven Raps dagegen, während DJ Revolution das Soundgewitter mit einem bunten Flickenteppich an Word-Cuts übersät. Reimende Features sind die explosiven Hardcore-Röhren Lil Fame von M.O.P. und Rock von Heltah Skeltah, die mit Smoke dichte Rauschschwaden hinterlassen. Komplettiert wird die Gästeliste von Masta Ace, Sean Price und Guilty Simpson. Die Stücke sind allesamt durchzogen von Reminiszenzen an die Hochphase der Rap-Musik Mitte der 90er Jahre und preschen heftig geradeaus. Einwürfe und Zitate von Helden wie KRS-One oder Method Man sind quer durch das gesamte Album präsent. Bei Rah Rah Shit würdigt Torae mit seinem Text dann erneut allen Wegbereitern des HipHop, indem er einzelne Crews und Rapper auflistet, die ihn maßgeblich beeinflusst haben. Da nahezu alle Titel in das Hardcore-Raster passen, lässt sich als einziger Kritikpunkt eine gewisse Monotonie anführen, die aber durchaus von Marco Polo beabsichtigt zu sein scheint. Während Danger mit seinen aufheulenden Sirenen einen Tick zu weit in die Richtung roughness geht und die Gehörnerven leicht strapaziert, überzeugt am Ende besonders das extrem mellow arrangierte Crashing Down mit Saukrates & S-Roc.

Andreas Margara (10. Juni 2009)

Torae Callin‘ Me

Ein Kommentar

  1. Pingback: Reimreport 2009 « Blog Party

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s