Onyx (O25 Frankfurt)

Onyx

Im Jahr 1989 gründeten Fredro Starr, Sonee Seeza und Big DS aus Queens die Hardcore-Rap-Formation Onyx. Der Erfolg des bis dato noch ungewohnt rauen und aggressiven Sprechgesangs ließ aber noch auf sich warten. Erst als Fredos charismatischer Cousin Sticky Fingaz 1992 zu dem dynamischen Onyx-Trio hinzu stieß, wurde Jam Master Jay – seines Zeichens einflussreicher DJ der erfolgreichen Rapper von Run DMC – auf die Truppe aufmerksam und verhalf ihnen anschließend zum steilen Aufstieg. Bereits im Jahr darauf setzten sich die muskelbepackten „Bald-headz“ mit dem Album Bacdafucup nämlich ein Denkmal in der HipHop-Historie. Da Big DS ein Jahr nach dem Mord an Jam Master Jay 2002 an Krebs gestorben ist, kamen diesmal die Cousins Fredo Starr und Sticky Fingaz als alleinige Onyx Vertreter in das Frankfurter O25, was der gewohnten Aggressivität allerdings keinerlei Abstriche bereitete.20 Jahre nach der Gründung zog es Onyx nun wieder einmal nach Europa, um ihre Power-Show auch in Frankfurt zu präsentieren.

Zunächst hieß es aber Geduld bewahren, denn die New Yorker ließen lange Zeit auf sich warten und so durften gleich zwei Vorgruppen ihre Reime kicken. Außerdem drehten dutzende Platten zum Warm-Up geruhsam ihre Kreise. Energiegeladen und mit frisch rasierten Glatzen erschienen die Rapper dann doch noch auf der Bühne, um den Track Onyx is Here zu performen, der sich zur Eröffnung ja förmlich aufgedrängt hatte. Nachdem die Zwei sich standesgemäß warm geschossen hatten, ging es mit Throw Your Guns In The Air weiter. Obwohl man auf „Knarren in die Luft“-Rufe in Frankfurt wohl eher verzichten sollte, blieb es bei harmlosen Finger-Posen.

Beim Anblick des tobenden Pulks in der tunnelartigen Röhre des O25 war aber mit Allem zu rechnen. Gleich mehrfach wurde die Darbietung unterbrochen, weil Fans die Bühne für „Thug“-Posen und spontane Foto-Shootings erklommen. Doch auch das Duo nutzte jede Gelegenheit, um durchzudrehen und mit waghalsigen Stage-Dives in die Menge einzutauchen. Shifftee war dann das vorerst letzte Stück von Bacdafucup. Mit All We Got Iz Us wurde anschließend gleich der Titeltrack des 1995er Albums hinterher geschossen, ehe „Langfingers“ eigenes Lieblingsstück Last Dayz von der gleichen Scheibe dran kam.

Onyx

Fünf Tracks reichten aus, dass Onyx nun nur noch in hautengen Tank-Tops auf der Bühne standen, um das Ergebnis ihres harten Körpertrainings zu präsentieren. Da die Alben bisher penibel in Reihenfolge abgespielt wurden, gab es als nächstes folgerichtig Raze it Up und Shut ‚Em Down von der gleichnamigen Platte aus 1998.

Den absoluten Höhepunkt der unterhaltsamen Show markierte dann natürlich der Rap-Klassiker Slam, bei dem die Crowd begleitet vom „DöpDöDöp, DöpDöDöp“-Chorus nicht mehr zu bändigen war. Überraschenderweise war der Auftritt damit aber endgültig zu Ende – dabei waren die Uhrzeiger noch ein gutes Stück davon entfernt, das Ziffernblatt ein komplettes Mal zu umrunden. Und das Repertoire von Onyx hätte sicher noch einiges zu bieten gehabt, Slam Harder beispielsweise hatten die meisten Fans bestimmt noch auf ihrer Wunschliste. So ernteten die Akteure trotz ihres eigentlich gelungenen Auftritts noch ein paar „Buh“-Rufe, bevor sie auf der Aftershow-Party wieder zum Proll-Posing für Fotos in der Menge bereit waren.

Andreas Margara (12. März 2009)

Onyx –  Slam Harder

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