Sisters: „Gender Riots“

sisters„Sisters“ klingt relativ simple, wenn man sich überlegt, dass sich hinter diesem Bandnamen das dynamischste Frauenkollektiv aus Deutschland verbirgt. Hervorgegangen ist der Zusammenschluss der sieben Frontfrauen aus dem weiblichen Pendant zu den Brothers Keepers, den Sisters Keepers. Im Sommer 2008 erschien dann das erste gemeinsame Album „Gender Riots“ mit dem sich die Schwestern nun wieder auf Tour befinden.

Zwar stammen die Ladies aus unterschiedlichen musikalischen Richtungen, verbunden sind sie aber alle durch die gleiche Hautfarbe, politisches Engagement und ihre tiefe Freundschaft. Die Klangfarben ihrer Musik sind es jedoch, mit denen die Sisters Toleranz und Vielseitigkeit ausdrücken und damit das andere Gesicht von Deutschland repräsentieren.

Produziert wird das charismatische Kollektiv von Matthias Arfmann, der unter anderem schon für Jan Delay, die Absoluten Beginner oder Patrice an den Reglern stand. Gleich im Titelstück Gender Riots offenbart sich das facettenreiche Repertoire der Frauen: es wird gesungen, gerappt und ordentlich gejammt. Über die ganze Länge des Albums könnte sich die Bandbreite an Stilen nicht abwechslungsreicher gestalten. Meli von Skillz en Masse reimt in ihrer markanten Auslegung des deutschen Sprechgesangs, die in Zürich aufgewachsene Namusoke, sowie Tamika und Mamadee aus dem direkten Umfeld von Gentleman, verbreiten sonnige Reggae-Vibes. Nicole Hadfield rundet den Groove mit einer satten Portion Funk ab. Für zurückgelehnten Chill-out-Soul sorgt die Kenianerin Onejiru mit dem „Bundesvision Songcontest“-Stück Unite und ihrem einfühlsamen Gesang, den sie auch schon zusammen mit der Sam Ragga Band versprüht hat. Komplettiert werden die glorreichen Sieben durch die politische Aktivistin Noah Sow, die sich neben ihren musikalischen Roots schon oft gegen Diskriminierung stark gemacht hat. Weitere Unterstützung auf Gender Riots kommt von den Gast-Chanteusen Angela Ordu, Tesirée Kaitesi, Sonia Singh und Lisa Cash.

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Neben den geballten Skills, mit denen die herausragenden Interpretinnen brillieren, sticht besonders die Harmonie und Freude heraus, mit der die Sisters zusammen auf dem bunten Mix an Aufnahmen auftreten. Passend zum entflammten Temperament endet die Scheibe deshalb folgerichtig mit dem Rolling Stones Cover Play with Fire.

Auf keinen Fall sollte man die Sisters bei einem ihrer Live-Auftritte verpassen, bei dem die Fülle an Leidenschaft und Power der Entertainerinnen voll zum tragen kommt. Großes erwartet die Fans in Essen und in Köln, wo die Sisters diesen Monat gemeinsam mit der WDR-Bigband auftreten und eine fulminante Black Music-Show abfeuern werden.

Andreas Margara (11. März 2009)

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