Madlib: „Beat Konducta Vol. 5-6“

80320702_50b846714d1Otis Jackson Jr. gilt zu Recht als einer der ausgeklügelsten Musik-Produzenten der Welt. Egal unter welchem Pseudonym Madlib, Loopdigga oder Beat Konducta bei seinen Projekten auch auftritt: mit seinem Sampler hantiert er dabei stets wie mit einem hochexplosiven Bombenbaukasten. Gemeinsam mit DJ J.Rocc, dem Initiator des Turntablisten-Kollektivs The Beat Junkies, hat die Beatkoryphäe aus Los Angeles nun Teil fünf und sechs der Beat Konducta-Reihe eingespielt. Das simple Konzept dabei: Ältere Rohbeats sollten in die Form eines Albums gebracht werden. Nicht weniger als 42 Tracks sind dabei entstanden, die alle dem 2006 verstorbenen Produzenten J Dilla gewidmet sind. Um diese Fülle an geeigneten Loops von alten Jazz-, Funk- und Soulplatten aufspüren zu können, muss Madlib etliche Tage und Stunden in seinem legendären Keller verbracht haben. Dabei hat das Aushängeschild des Stones Throw-Labels wieder derart komplexe Konstruktionen kreiert, dass die Rauchschwaden der abgefackelten Blunts förmlich zu sehen und riechen sind. Wie es sich für ein Tribut gehört, tragen die kurzweiligen Arrangements Titel wie Dilla’s Still Here, Two For Pay Jay, Dil Cosby Interlude oder Dill Withers Theme.

Welche raren Rillen Madlib als Rohmaterial verwertet, verdeutlicht beispielsweise Rolled Peach, bei dem deutlich das warme Knistern der Schellackplatte durchdringt. Mit dem absoluten Brett So Much, präsentiert sich der Beat Konducta einmal mehr als unverbraucht und innovativ: Bläser harmonieren hier mit einem melancholischen Sample eines Soul-Chors und gehen anschließend Hand in Hand mit der dumpfen Bassline. Obwohl die auferlegte Richtlinie für die Hommage an den „King of the Beats“ daraus bestand, vom Einfluss her möglichst nah an den soulhaltigen Dilla-Stücken zu bleiben, wechseln die Grooves hoch und runter, wie derzeit die Börsenkurse. Von Krise ist hier allerdings nichts zu spüren – insgesamt eine gute Zusammenstellung.

Andreas Margara (3. März 2009)

Madlib – So Much

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