Fiva MC im Interview

fivaDein neues Album ist gerade erschienen. Was verbirgt sich hinter Rotwild?

Fiva: Manchmal komme ich mir – wenn ich nicht auf der Bühne stehe – zwischen all den Rappern und Rapperinnen vor wie ein Reh. Und irgendwann habe ich mir dann mal gedacht, hey! na wenigstens bist du dann Rotwild. Außerdem hat der Name einen tollen Klang.

Warum hast du dich für Flip von Texta als Produzent entschieden, war das eine Entscheidung gegen Radrum?

Fiva: Nein! Das war absolut keine Entscheidung gegen Radrum. Er beendet momentan sein Mediendesign-Studium in Salzburg und kümmert sich noch dazu hauptsächlich um unser Label Kopfhörer Recordings. Zeitlich wäre das Album also zu diesem Zeitpunkt mit ihm zusammen nicht möglich gewesen. Er steht voll hinter meinem neuen Album – und das war auch noch lange nicht das Ende unserer Zusammenarbeit. Zu Flip kam ich über das letzte Album von Texta: Paroli. Ich hab die Beats gehört, war fasziniert und habe ihn dann beim FM4-Fest in München angesprochen, ob er nicht mein neues Album produzieren will. Und drei Wochen später hatte ich 20 Beats im Briefkasten.

Besonders die Samples aus alten Soulsongs stechen diesmal beim Hören deines Albums heraus. Hörst du selbst gern Soul, und hast du Flip irgendwie beim „Diggin’ in the Crates“ (dem Stöbern nach wiederverwertbaren Platten) unterstützt?

Fiva: Nein.. wie schon gesagt: Flip war am musikalischen maßgeblich beteiligt. Ich habe ihm von Anfang an gesagt, was ich gerne für Beats hätte. Er hat deshalb eine Vorauswahl getroffen, aus der ich dann wiederum ausgewählt habe. Und Soul höre ich sowieso von Herzen gern.

In deinen Texten wird die Uni häufig thematisiert. Was hast du denn studiert?

Fiva: Soziologie, Psychologie und Wirtschaftsgeographie in München. Geht’s echt sooft um Uni? Da bin ich nun ja auch schon ne Weile von weg…

Naja, zumindest ist bei deinen Texten rauszuhören, dass du Studentin warst… Was macht für dich der spezielle Reiz von Poetry Slams im Vergleich zum Rappen aus?

Fiva: Man kann die Texte auf einer Bühne „ausprobieren“. Zudem herrscht eine ganz andere Atmosphäre auf Slams. Die Leute hören mehr zu und sind primär wegen den Texten da. Ich habe sprachlich extrem viel an Erfahrung gewonnen. Und auch vom Sprechen her habe ich viel gelernt.

fiva radrum

Außerdem bist du noch eine Buchautorin. Von was handeln deine Bücher?

Fiva: Bisher habe ich nur ein Buch mit Sprechtexten verfasst. Es heißt Klub Karamell. Es dreht sich um Vieles – am besten selber lesen. Aber es ist und bleibt Fiva. Im Moment sitze ich an einem Band mit Kurzgeschichten, der nächstes Jahr rauskommen soll.

Braucht deutscher Rap mehr Weiblichkeit?

Fiva: Keine Ahnung. Rap braucht für mich Haltung und Individualität. Ob weibliche oder Männliche ist mir eigentlich egal.

Bist du Vergleiche mit Cora E leid, da Sie immer als Prototyp des Female MC herhalten muss, hast Du sie mal getroffen?

Fiva: Ja, habe sie ein paar Mal getroffen. Ich liebe ihre alten Platten. Sie war offiziell die Erste und es gibt wirklich schlimmere Vergleiche…

Fiva MC 2
Fiva MC
© Kopfhörer

In einem Interview habe ich gelesen, dass Jean Grae für dich eine große Inspiration ist. Würdet Du dir ein Feature von ihr wünschen?

Fiva: Yoh.

Auf deinem Album gibt es bis auf Flip und DJ Phekt keine Gäste. Hattest du selbst soviel zu sagen, dass kein Platz für Features übrig blieb?

Fiva: Ich finde es mit Features allgemein schwer. Mich muss mit Menschen mehr verbinden, als nur ein Rapstyle. Ich will was erzählen, und wenn es mit wem im Dialog ist, dann muss die Chemie stimmen. Und wenn es zutrifft, wie mit Flip oder auf Spiegelschrift mit Aphroe, dann umso besser.

Wird es eine Tour zum Album geben, oder behältst du den Focus weiter auf Slams und Workshops?

Fiva: Ich hatte noch nie einen Focus. Ich bin dankbar um die Vielfältigkeit meiner Arbeit. Und sobald coole Shows anstehen, freue ich mich drauf. Es stehen ja auch schon ein paar Gigs. Checkt einfach: http://www.fivasolo.de – da gibt’s alle neuen Termine!

Andreas Margara (21. Februar 2009)

2 Kommentare

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