Termanology: „Politics As Usual“

termanology_politics_as_usualLange ist es her, dass in einen jungen Rapper der Ostküste solche Hoffnungen gesetzt wurden wie in Termanology. Nachdem Term auf diversen Mixtapeveröffentlichungen mit innovativem Flow und deepen Lyrics für Aufsehen sorgte, nahm DJ Premier das Reimtalent unter seine Fittiche und schnell war vom „neuen Nas“ die Rede. Spätestens als bekannt wurde, dass für Politics as Usual das legendäre Produzententeam (Large Professor, Pete Rock, DJ Premier) vom Nas-Debüt Illmatic reaktiviert wird, waren derartige Vergleiche auch nicht mehr haltlos. Zusätzlich klinkten sich noch namhafte Beatkoryphäen wie Alchemist, Hi-Tek, Buckwild und Havoc ein, so dass jedem Rap-Connaisseur schon vor dem Hören die Kinnlade runterfiel. Doch kann der junge Halb-Puertoricaner einer so großen Erwatungshaltung gerecht werden? Brachial startet Politics as Usual mit der vorab releasten Premo-Kollabo Watch how it go down, das im Untergrund zum regelrechten Klassiker mutiert ist. Termanology bezeichnet sich darin selbst als „holy resurrection“ von Rap-Schwergewicht Big Pun. Allzu schnell fällt das Album dann aber in ein Tief der Unbedeutsamkeit. Grausamer Höhepunkt ist der von Nottz völlig fehl platzierte Klimper-Beat mit R’n’B-Anleihen, der durch die eingängig-geleirte Please don’t go-Hookline noch gekrönt wird. So ist es am Ende einzig Premo, der Termanology mit How we rock und So amazing (dem besten Track der Scheibe) zu Höchstleitungen antreibt. Large Pro’s How I lied to you fehlt der nötige Drive und auch Pete Rock bleibt unter seinen Möglichkeiten. Termanology präsentiert sich auf ganzer Bandbreite mit großem Ego, bringt einen Vergleich nach dem anderen, spittet und besticht besonders durch seinen wirklich abgefahrenen Reimfluss. Anschaulichstes Beispiel ist The Chosen, bei dem er in verschiedenen Geschwindigkeiten über den Beat steigt und demonstriert wer der Flow-King ist. Lässt man bei der Bewertung den ganzen Hype im Vorfeld außer Acht, liefert Term insgesamt dennoch ein beachtliches Debütalbum ab.

Andreas Margara (8. November 2008)

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s