CunninLynguists: „Dirty Acres“

blg_cl_da_coverNach dem genialen Konzeptalbum A Piece of Strange und zahlreichen begeisterten Besuchern europäischer HipHop-Festivals, haben die CunninLynguists nun auch die Aufmerksamkeit der deutschen Medien erlangt. Dabei ist das neuste Werk Dirty Acres bereits die vierte LP-Veröffentlichung der Crew aus Kentucky um Deacon the Villain, Natti und Kno, die neben dem vorherrschenden Crunk und Dirty South Rap den etwas anderen Südstaaten-Style repräsentieren. Früh wird man beim durchhören auf die von Kno häufig verwendeten high-pitches aufmerksam (KKKY, Wonderful), über die Deacon aber derart locker flowt, wie der Mississippi durch Kentucky strömt und damit zum ultimativen Hochgenuss beiträgt. Dazu stellt er immer wieder sein außerordentliches Gesangstalent unter Beweis. Mit jedem Track steigert sich die atmosphärisch eingebettete Musik, gerät mehr und mehr ins Fahrwasser und mündet mit Summer’s Gone schließlich in hochklassigen HipHop-Blues. Kno gelingt es mit seinen melancholischen Produktionen, den Südstaatenflair einwandfrei einzufangen und die oftmals brisanten Themen in ein rauchzartes melodisches Gewand zu werfen. Unterstützung am Mikrophon bekommen die listigen Linguisten unter anderem von Witchdoctor, und auch Phonte von Little Brother hat sich unter die rappenden Gäste gemischt. Thematisch bedeutet „Dirty Acres“ ungefähr, dass die Vereinigten Staaten auf gestohlenem Land stehen, das auf Sklavenarbeit aufgebaut wurde und, dass jeder, der heute dort lebt, davon profitiert. Die Inhalte sind entsprechend wieder sehr komplex und auch das Gesamtprodukt Dirty Acres weiß komplett zu überzeugen.

Andreas Margara (5. Januar 2008)

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