Hi-Tek: „Hi-teknology Vol.3“

51g6bzrrzyl__aa240_Tony Cottrell alias Hi-Tek ist als ambivalenter HipHop-Produzent mit Vorsicht zu genießen. So etwa könnte die Quintessenz des neuen Albums lauten. Seine Produktionen prägten früher einerseits den urtypischen Neunziger Sound von Rawkus Records, mit denen es ihm gelang, Talib Kweli für Reflection Eternal alles Erdenkliche an Skills abzuverlangen. Des Weiteren kreierte Tek 2000 die Beats für das Black Star-Duo Mos Def und Kweli, woraus ein Meilenstein des Conscious-Rap entstand. Bedingt durch den Wechsel in das Aftermath-Lager von Dr. Dre zeichnete sich Tek in jüngster Vergangenheit andererseits mehr durch chartorientierte Westcoast-Fanfaren für Interscope Rapper wie Young Buck, 50 Cent und The Game aus. Mit dem Producer-Album Hi-teknology Vol.2: The chip gelang Hi-Tek schließlich die Verträglichkeit der breit gefächerten Rap-Genres und die Kritiker waren erstaunt. Nun erscheint der dritte Teil der Teknology-Serie namens Underground, bei dem Tek Newcomer wie Estelle, Riz und Push Montana einspannt und nur wenig Platz für alte Freunde lässt. Bis auf ganz wenige Ausnahmen designt Hi-Tek mit seinem neusten Werk den x-ten Soundtrack für jeden tiefer gelegten Chevy des Golden State. Lasches R’n’B, das durch klatschende Bässe minimal nach vorne gepeitscht wird. Auch inhaltlich bleibt der Anspruch über größte Strecken schuldig. Das eine Stück hangelt sich träge zum nächsten, innovative Höhepunkte sind Fehlanzeige. Hi-Teks Klanginspiration scheint eine völlig neue zu sein. Der traurige Höhepunkt ist schließlich mit Back On The Grind erreicht, für den Hi-Tek den 17-jährigen Sean Kingston – ja, richtig, der mit der Leiernummer Beautiful Girl – ans Mikro lässt. Selbst Little Brother und Talib Kweli bleiben im Endeffekt unter ihren Möglichkeiten. Pluspunkte des Albums machen eindeutig die energiegeladenen Rapparts von Raekwon und Ghostface Killah aus. Produktionstechnisch knüpft Hi-Tek an seine für die G-Unit gefertigten Beats an, von Vielseitigkeit ist insgesamt wenig zu verspüren. Damit hat sich das Zielpublikum in der Teknology-Serie von eins bis drei um 180° gewendet. Fans der älteren Hi-Tek Produktionen kommen leider nicht auf ihre Kosten, Freunde der G-Unit bekommen ein solides Werk ohne besondere Höhen verabreicht.

Andreas Margara (12. Dezember 2007)

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