Nosliw (im Feel’s Club Mainz)

1019232754_lDeutschland befindet sich schon länger im Reggae- und Dancehall Fieber. Die Fanbase wächst kontinuierlich und immer mehr deutschsprachige Acts schaffen es sich erfolgreich zu etablieren. Die Rootdown Records Künstler Nattyflo, Maxim, und Mono & Nikitaman sind längst keine Unbekannten mehr auf dem hiesigen Musikmarkt. Vor allem Nosliw aus dem Rootdown-Camp erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Produziert von Seeed und Gentleman erscheint 2004 sein Album „Mittendrin“, das man vielleicht am besten mit der Beschreibung „Conscious-Reggae“ charakterisieren könnte.

Inspiriert von amerikanischen Raptexten fängt Nosliw alias Eric Wilson (Nosliw ist Wilson rückwärts gelesen) schon früh in den Neunzigern mit dem Reimen an, um wenig später erste Gehversuche zusammen mit Doc Holliday im Sprechgesang auf Deutsch aufzunehmen. Dieses Bonner Gespann nennt sich fortan D.U.G. (Die Unendlichen Gedichte) und feiert kleinere Erfolge in der Untergrund-Szene des noch jungen deutschen Raps. Die 1999 veröffentlichte 12inch „Verbales Dope“, zählt zu den bekanntesten Werken der Crew. Von nun an trägt Nosliw seine Texte sanfter und mit mehr Melodie vor und die Beats verwandeln sich in rhythmische Reggae Riddims.

Zurzeit befindet sich Nosliw auf Tour und wir hatten das Glück ihn als Teil der Lionpeople Soundsystem-Show im Mainzer Feel’s Club Live zu sehen. In gemütlicher Clubatmosphäre mischt sich Nozz schon früh unters Publikum, um dem ein oder anderem Dancehall-Tune zu lauschen. Gegen Mitternacht betritt er dann sympathisch und gut aufgelegt die kleine Bühne vor dem Turntablepult und fährt seine Show ab. Es Ist An Der Zeit ist eines der ersten Stücke. Früh fällt auf, dass Nosliw’s aufrichtige Texte auch wirklich ehrlich gemeint sind, was bei einer Live-Begegnung mit ihm deutlich zu spüren ist. Positive Vibrations. Die Menge weiß das zu schätzen und unterstützt ihn, so gut sie kann, mit ihrem Gesang. Die nicht-aufgeben-Attitüde verdeutlicht er seinen Fans mit Manchmal, auf den von Silly Walks passend dazu geformten Riddim. Boah! leitet er dann den Part der Show ein, der ausschließlich den Frauen und der Liebe gewidmet ist. Die Liebeserklärung Oh My Gal oder eines der Highlight Tunes an diesem Abend, Königin, bei dem Nosliw mal eben den Part von Trackpartner Max Herre einfach mit übernimmt, folgen aufeinander. Immerzu ragt dabei unverkennbar das weiße Handtuch mit dem gestickten Nosliw Namenszug aus seiner Baggy-Tasche.

Der Tune Wie Weit ist eine Riddim Produktion von Teka mit dem Namen Crystal Woman, zu dem sogar ein kompletter One-Riddim Sampler existiert. Den nächsten Höhepunkt liefert der 32-jährige Nosliw mit seinem Big Tune Nur Dabei. Auf diesem Stück, das sich allgemein gesellschaftskritisch gegen Hedonisten richtet, wird normalerweise exemplarisch die Gruppe Scooter gedisst. Heute variiert Nosliw allerdings erst mit Tokio Hotel und anschließend mit Bushido beim Reload. Der dazugehörige Doctor’s Darling Riddim stammt aus dem Hause Seeed. Nicht nur die Mainz Massive, sondern auch Nosliw haben sichtlich Spaß bei seiner Performance. Als erste Zugabe spielt er den Titel Musik. Danach stellt er die für April geplante Singleauskopplung Immer Wieder Hören vor, die auch auf dem am 4. Mai kommenden zweiten Album „Mehr Davon“ zu finden sein wird.

Der Auftritt geht im Anschluss noch fließend in eine Reggae-Party über und zieht sich noch bis spät in die Nacht stetig steil bis Ladenschluss. Festzuhalten bleibt: Nosliw Live am Mic zu erleben ist extrem lohnenswert! Er ist intelligent, sozialkritisch und insbesondere musikalisch sehr talentiert. Und nebenbei auch noch äußerst beliebt bei den Frauen. Eine gewisse äußerliche Ähnlichkeit mit R’n’B-Schönling Craig David lässt sich ja auch nicht verkennen. Dieses Jahr wird er auch beim Jubiläums-Splash! auftreten. Vermutlich darf man sich dann auf eine gemeinsame Performance von Königin zusammen mit Max Herre freuen, der auch auf dem Line-Up für 2007 steht.

Andreas Margara (12. März 2007)

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