A.G.: „Get Dirty Radio“

ag_getdirtyradioEbenso wie man als Football-Fan in New York nicht an den Giants vorbeisehen kann, ist es wortsportlich gesehen unmöglich den South Bronx Lyricist A.G. aka Andre the Giant einfach außer Acht zu lassen. Denn zusammen mit seinem an Produktionsskillz reichlich gesegnetem Partner Showbiz, stellt er einen undenkbar wichtigen Einfluss für zahlreiche Rapper weltweit dar. Den Grundstein legt das dynamische Duo 1991 mit ihrer ersten EP-Veröffentlichung „Party Groove/Soul Clap“, ehe ein Jahr später mit dem ersten Long Player namens „Runaway Slave“ gleich fulminant nachgelegt wird. Als Teil der D.I.T.C. (Diggin’ In The Crates) Crew um Rapgrößen wie Lord Finesse, Diamond D, Fat Joe, O.C., Big L (R.I.P.) und Buckwild reift der Style von Show & A.G. für die weiteren Meilensteine „Goodfellas“ 1995 oder dem ersten Solo Album Andre’s „The Dirty Version“ von 1999.

Ende 2006 steht nun mit „Get Dirty Radio“ der nächste Solo Joint von A.G. in den Läden. Gleich beim einleitenden Track Frozen darf Beatbastelgenie Madlib vom Stones Throw Label sein Know-how präsentieren, dazu aussagekräftige A.G. Lines im Stile von: […]“born in 7ths month, even my mom couldn’t hold me“[…]. If I Wanna, das mit einem eingängigen Piano Loop und mächtig Bassline von Jake One arrangiert wurde, markiert dann gleich das erste absolute Highlight der Platte und wird sich selbst im oberen Volumebereich erst richtig gerecht.

Während A.G. gekonnt mit seinen Versen zur Schau stellt, dass er am Mic überhaupt nichts von seiner Freshness eingebüsst hat, lässt Madlib im dritten Track erneut die Beats knocken. Gefeaturet werden hierbei Aloe Blacc und Party Arty, aus dem unmittelbaren D.I.T.C. Umfeld, wobei nun schon zum zigsten Mal Big L als Vocal-Cut zu hören ist. Etwas erschreckend dann, als klar wird, dass für A Giant By Design tatsächlich Boy George und sein Culture Club mit Do You Really Want To Hurt Me als Sample dienen. Einen tieferen Blick in DJ Designs Plattenkiste möchte man sich da vielleicht lieber ersparen. Im Endeffekt erscheint der Track im Gesamten dann doch noch als recht abgerundet, leitet aber eine kleine Tiefphase des Albums ein und kann das bisher sehr hohe Level nicht halten. Steil aufwärts geht es dann erst wieder mit dem nächsten Stück, welches auch wieder von DJ Design produziert wurde: Triumph.

Das Ende des Albums gestaltet sich mit eingängigem Lord Finesse Beat zu We Don’t Care und Show’s Soundkonstruktion mit Streicher Loop zu The Struggle wieder klar in der obersten Niveaustufe. Auch der verstorbene J Dilla ist mit einer qualitativ gewohnt hohen Produktion gefeaturet, auf der A.G. die Spuren des HipHop durch die Verkettung einprägsamer Rapzeilen verfolgt und aufzeigt. Krönender Abschluss nach den gecutteten Shout Outs bildet DJ Designs Neuarrangement vom Klassiker Next Level. Ansprechend-pumpende Beats und dazu klassischer Eastcoast Rapstyle machen das Album zu einem richtig guten Gesamtwerk, das auf jedenfall zu empfehlen ist.

Andreas Margara (30. Oktober 2006)

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