LL Cool J (im Maimarktclub Mannheim)

llcooljJames Todd Smith aus New York, der sich selbst als Greatest Of All Times (G.O.A.T.) bezeichnet, ist ein Phänomen. Schauspielrollen in Hollywood-Blockbustern wie Auf die Harte Tour oder S.W.A.T. und sogar eine eigene Sitcom (In The House), sowie über 20 Millionen verkaufte Platten sprechen eindeutig für sich. Ob romantische Balladen wie I Need Love, womit LL Cool J den Durchbruch in den Pop-Mainstream geschafft hat oder frühe Rap-Veröffentlichungen aus den 1980er Jahren wie I Can’t Live Without My Radio, die man bedenkenlos auf jedem Hardcore Rap-Event spielen kann – LL genießt Ansehen in den verschiedensten Milieus. Mit „Todd Smith“ hat der 38-jährige mittlerweile sein zwölftes Studioalbum fertig gestellt und befindet sich nun auf großer Deutschlandtour.

Vorgruppe war der Stuttgarter Rapper Afrob aus dem Schoß der Kolchose, der mit Titeln wie Reimemonster oder der ASD Sneak Preview vergeblich versuchte die Gunst des Publikums zu erwerben.

Nach kurzem Video-Intro auf den installierten Flatscreen Monitoren und der mittelgroßen Leinwand erschien Uncle L dann in seinem glitzernden Bling Bling Outfit zum Hit Phenomenon auf der Stage. Darauf folgte gleich sein punchender Old School Track I Can’t Live Without My Radio von seinem ersten Album, ehe er sich bepackt mit einem Strauß roter Rosen als Blumenkavalier im Stile des Bachelors präsentierte und damit die Ladies zu entzücken wußte. Genau das war fortan auch roter Leitfaden der Show, bei der er zum Einen stets versuchte den Abend als wechselnde Persönlichkeit zwischen Sexsymbol, mit seinem extrem durchtrainierten Body und seiner sukzessiven Pornostripshow, die für unentwegtes Frauengekreische sorgte, und Hardcore Rapstar zum Anderen zu gestalten, indem er eindrucksvoll seinen Mikrophonständer zu smashenden Beats umkickte.

Neben Rosen flogen heute noch haufenweise eigens von ihm verschwitzte Handtücher und Ein-Dollar-Noten ins Publikum, die heiß begehrt waren und einmal mehr zeigten, dass die Ladies Cool James lieben. Begleitet von cholerischen „Du Drecksau“ Rufen griff sich LL Cool J dann mal wieder  in den Schritt und ließ die Zunge dazu lasziv kreisen. Nachdem Mr. Smith dann nur noch spärlich mit heruntergerissenem wifebeater-Shirt bekleidet auf der Bühne posierte, leitete er mit einem zärtlichen „Ich liebe dich“ seinen Evergreen I Need Love ein, bei dem auch die letzten weiblichen Herzen dahin schmolzen. Nach den softeren Single-Auskopplungen All I Have und Control Myself, welche im Original noch Jennifer Lopez vom Block featuren, schloß er die pumpenderen Stücke Rock The Bells und I’m Bad an, mit denen er erneut das Gleis wechselte, um die härtere Schiene zu fahren.

Flavor In Ya Ear markierte dann ein weiteres Schmankerl aus LL’s Anfangszeit, bevor Deejay Cut Creator die Atmosphäre mit Hey Lover wieder Richtung Schlafzimmer temperierte. Kein Hit schien auszubleiben, fragte es sich nur, ob unter den Titeln vom neusten Album „Todd Smith“ kein Live-taugliches Material ist. Also ging’s weiter mit Altbekanntem: es folgten die bewährten Hush und Loungin’. Über Mama Said Knock You Out kam es dann zum letzten Höhepunkt der Show: Der Sexsong Doin’ It, in dem er immer noch eifrig Queens repräsentiert und dazu ausgiebig mit den Frauen in der ersten Reihen flirtete.

Nach gerade mal einer Stunde Performance und ohne Zugabe endete dann die Powershow von LL Cool J. Was soll’s – seine Hits hat er immerhin alle gespielt und auch die meisten Frauenaugen funkelten zufrieden beim verlassen des Maimarktclubs in dieser verregneten Nacht.

Andreas Margara (4. Oktober 2006)

Link zum regioactive.de-Artikel

LL Cool J – I need love

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