Jay-Z (Maimarkthalle Mannheim)

dsc_0470Jay-Z zählt unangefochten zu den ganz Großen des Rapbusiness. Ob als Ghostwriter für viele US-Rapper oder knallharter Geschäftsmann mit seinen zahlreichen Firmen wie Armadale Vodka, Roc-A-Fella Records, Roc-A-Wear und Roc-A-Fella Films. Mit neun durchgehenden Platin-Plus Alben in sieben Jahren hat er insgesamt bereits über 20 Millionen Platten verkauft. Auch etliche Grammy-, Billboard Music- und MTV Music Awards in seinem Schrank sprechen für sich. Nun war er für sein einziges Deutschlandkonzert zu Gast in Mannheim.

Um die Menschenmassen an diesem Abend für Jigga zu erhitzen, wurde die Flamme aus der Frankfurter Nordweststadt, D-Flame, erwählt. Mit seiner unverwechselbar kräftigen Kontrabassstimme und zusammen mit Blaze am Mic und DJ Desue an den Plattentellern, begann es dann auch wohltemperiert in der brechend vollen, aber nicht ganz ausverkauften Maimarkthalle Mannheim. Neue Stücke vom aktuellen Long Player „FFM“, der Klassiker Heisser und die brandneue Single Burning Nonstop waren ein erster Vorgeschmack auf den Rapsuperstar Jay-Z.

Kurz nach 21 Uhr betrat Shawn Corey Carter zum schallenden Intro-Mix seiner Tracks die Bühne, um sich unter seinen diversen Aliases mit Izzo (H.O.V.A), Jigga What oder My Name Is HOV vorzustellen. Als Überraschungsgast mit im Gepäck hatte der Jigga Man seinen Homie Memphis Bleek aus Brooklyn, New York. Allerdings nicht um ihn eigene Stücke performen zu lassen, sondern nur als reinen Backup-Rapper. Über Beamer wurden derweil verschiedene Videos als Teil der Bühnenshow auf eine Leinwand projiziert, von denen, neben den überwiegend aufreizenden Ladies, auch subversive Kurt Cobain-Auftritte zusammen geschnitten sind.

Leider kam das Programm an diesem Abend ohne einen Track von Jay-Z’s ’96er Debutalbum „Reasonable Doubt“ aus, dafür gab es umso mehr bekannte Hits der Nachfolge-CDs zu hören. Change Clothes, Can I Get A, 99 Problems oder Girls, Girls, Girls – oft übernahm die Crowd den Textpart des Rappers, während er dazu einfach lässig das Mikro hinhielt. Wie ein Popstar wurde „Hova“ gefeiert und mit den von Händen geformten Diamanten angefeuert. Trotz der Rapparts von Bonnie & Clyde und Crazy In Love war heute leider nichts von seiner Freundin Beyoncé zu sehen. Danach folgte ein ausführliches Tribute an die Verstorbenen Künstler: Biggie, 2Pac, Big Pun, Left Eye, Aaliyah und Jam Master Jay, begleitet von zahlreichen Bildern auf der Videoleinwand.

Hard Knock Life und I Just Wanne Love U brachten die Party anschließend wieder ins Rollen und näherten so langsam schon an das Ende der Show. Höhepunkt dann, als der Beat mit dem genialen Khusara Khusara-Sample anlief und die Menge zu Big Pimpin euphorisierte. Zum Schluss rief Jay-Z einzelne Leute aus dem Publikum auf und vergab „Awards“ für die von ihm favorisierten Kleidungsstücke der Fans, wie zum Beispiel ein Shirt mit dem Aufdruck „Good Evening Bitches“. Als Zugabe spielte er dann passend Encore und die knappen anderthalb Stunden Performance endeten mit einem sprühenden Goldregen. Obwohl man sich sicherlich noch sehr über den Hit Sunshine gefreut hätte, ging damit ein etwas kompakter, aber doch recht gelungener Auftritt zu Ende.

Andreas Margara (19. September 2006)

Link zum regioactive.de-Artikel

Jay-Z – Dead Presidents

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