Defari: „Street Music“

defariDuane Johnson Jr. stammt aus dem Süden von Kalifornien und unterrichtet normalerweise Jugendliche an der Inglewood High im Fach Geschichte. Nebenbei ist er unter dem Namen Defari zusammen mit Leuten wie Xzibit, Declaime, King T, Lootpack und den Alkaholiks Mitglied der renommierten Likwit Crew. 1999 gelang ihm mit der Veröffentlichung von „Focused Daily“ ein Album, das seinen Platz in jeder Lieblingsliste eines Rapfans ganz weit oben findet. Nachdem der Ausnahme Lyricist mit den bassgetriebenen Beats dann mit seinem zweiten Release „Odds & Evens“ 2003 deutlich unter den hohen Erwartungen der Kritiker blieb, dropt er nun sein drittes Album „Street Music“, um im Level wieder an „Focused Daily“ anzuknüpfen. Produziert haben deshalb auch wieder die bewährten Alchemist, Dilated Peoples Evidence & Babu, sowie E-Swift von den Alkaholiks.

Defari versteht sich selbst als einer der wenigen Non-Gangster Rapper der West Coast. Seine Texte variieren dennoch zwischen easy-geflowten pack-a-bowl Lyrics bis hin zu anspruchsvolleren Reimkonstruktionen, mit denen er auf intelligente Weise soziale Kritik zu vermitteln weiß. Besonders auffallend bei „Street Music“ sind die zahlreichen religiösen Referenzen (Hardworker, Either Dead Or In Jail). Die gerappten Gastfeatures, zum Beispiel von Dilated Peoples, J-Ro oder B-Real, passen gut in das Gesamtkonzept und das Niveau der Beats ist klar im oberen Drittel anzusiedeln. Etwas nervig vielleicht, dass Babu bei einem der besten Tracks Vultures, das schon etwas verbrauchte Carla Thomas Sample (Lootpack – Answers, Blumentopf – 6 Meter 90) erneut aufgreift. Während West West vermutlich etwas zu seicht als Anwärter für die neue West Coast Anthem ist, finden sich keine wirklich schlechten Stücke unter den 16.

Bei Defari Fans wird das Album sicherlich gut ankommen und auch den Ein oder Anderen Kritiker überzeugen. Insgesamt präsentiert sich Defari allerdings weniger innovativ als zu früheren Zeiten und wirkt stellenweise mit abgehacktem smoked-out Flow eher ausgebrannt, als dass „Street Music“ ähnlichen Status erreichen könnte wie „Focused Daily“.

Andreas Margara (29. August 2006)

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