DJ Premier von Gang Starr (Nachtschicht Heidelberg)

music_vibes_1DJ Premier alias Chris Martin ist der geniale Hintermann des legendären New Yorker Gang Starr Duos (zusammen mit GURU) und gilt für die neunziger Jahre zu Recht als der einflussreichste Rap-Produzent an der Ostküste der Staaten. Kein Anderer hat den typischen New York Style beattechnisch so geprägt wie Premo. Neben den Geniestreichen für die gesamte Gang Starr Foundation: Big Shug, Jeru da Damaja, Group Home und Freddie Foxxx, hat Premier schon für unzählige Rapgrößen wie zum Beispiel Nas den ein oder anderen Klassiker produziert.

Zur Einstimmung auf DJ Premiers Premiere in der Heidelberger Nachtschicht waren DJ Olb und Boulevard Bou an den Turntables zuständig. Mit einer für den Nachtschicht Resident DJ mittlerweile eher ungewohnten Plattenselektion stimmte dieser dann auch gebührend auf den Großmeister ein. An diesem 1. Mai leider doch vor einem etwas kleineren Publikum als erwartet.

Gegen halb 12 erschien DJ Premier. Es folgte eine kurze Orientierungsphase, eine kleine Umsortierung seiner 12 inches in seinem Case und nach einem kräftigem Schluck Hennessy war dann schließlich auch er ready die Show zu starten. The 6th Sense von Common und Defeat von Afu-Ra dienten zum warm-up. Begleitet von „go Primo!” Rufen richtete er die ersten Worte mit scheinbar überstrapaziert-heißgelaufenen Stimmbändern an die vor ihm versammelte Menge. Nach kurzer Absprache stimmte er dann über sein Mic die obligatorischen „when I say … you say …“ Sprechrhythmen ein, um anschließend das Szenario mit Tracks vom ersten Nas Album musikalisch zurück in die frühen Neunziger zu holen. Weitere New York Klassiker wie MC’s Act Like They Don’t Know von KRS One oder Group Home’s „neck breaker“-Tracks Supa Star und Livin’ Proof. Natürlich durften in dieser Playlist auch keine Gang Starr Classics fehlen: Full Clip, You Know My Steez, Royalty, Mass Appeal, Code Of The Streets, Just To Get A Rep und so weiter, spielte er zur immensen Freude des Publikums direkt nacheinander ein. Immer wieder kommentiert und stellenweise sogar durchs Mikrofon mitgerappt von DJ Premier selbst.

dj_premier_vol_10Premo ist ein leidenschaftlicher Sampler. Spätestens seit Royalty sollte man auch mitbekommen haben, dass er großen Wert darauf legt die dazugehörigen Quellen auch auf den Alben anzugeben. Da wunderte es nicht, dass er sich in seinem Set auch die Zeit nahm einige typische Premier-Loops wie zum Beispiel die Samples aus California Soul von Marlena Shaw für Check The Technique oder Impeach the President von den Honey Drippers für Alongwaytogo in seinem Mix zu präsentieren. Als Ehrerweisung spielte er danach für den verstorbenen J Dilla ein Instrumental aus dessen Produktion.

Im letzten Part seines Sets gab’s dann wieder die klassischen Hits, wie das von ihm produzierte Boom von Royce da 5’9. Aber auch Xxplosive von der Westküsten-Beatkoryphäe Dr.Dre oder I Got 5 on it von Luniz ließ er auf seinen Technics rotieren. Große Raffinessen oder gar sehenswerte Bodytricks an den Turntables blieben zwar an diesem Abend aus, dennoch liefert DJ Premier einen gelungenen Auftritt ab und ließ einen Funken der „Golden Rap Decade“ überspringen.

Andreas Margara (4. Mai 2006)

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