Ugly Duckling & Giant Panda (im Cafe Central Weinheim)

Ugly DIm Tierreich symbolisiert der Riesenpanda eine vom Aussterben bedrohte Spezies. Ähnlich verhält es sich hierbei mit der Rapcrew Giant Panda aus Los Angeles im Bereich des HipHop: Als eine der wenigen Crews, halten sie mittlerweile stolz die Fahne nach oben, qualitativ hohen Rap noch nach traditionellem Muster zu repräsentieren, um dabei dennoch innovativ und funky zu sein. Die Emcees Maanumental und Newman sind diesmal leider ohne ihren Plattenmeister Chikaramanga ins Cafe Central in  Weinheim angereist, welcher dem Auftritt wohl noch das gewisse Etwas verliehen hätte. So mußten sie sich während der Reimphasen stets selbst um die Turntables kümmern. Trotzdem lieferten die Beiden im recht gut gefüllten Cafe eine ganz ordentliche Vor-Rap-Show.

Gleich zu Beginn der Performance von Ugly Duckling unterstrich Young Einstein bei seinem Intro die große Bedeutung eines Live-Deejays mit gekonnten Raffinessen an den rotierenden Tellern. Auch die Emcees Dizzy Dustin und Andy Cooper stellten sich der Audience getreu der Oldschool-Manier erst einmal vor. So ist auch allgemein das Konzept der Crew aus Long Beach, Kalifornien aufgebaut: Entertainment mit einer gehörigen Portion Oldschool-Flavour, den sie schon in allen fünf Kontinenten der Erde verbreitet haben.

Dann bekam DJ Young Einstein von Diz endlich seine übertrieben dicke Oldschool-Proll-Goldkette umgehängt, um damit den Track Eye On The Gold Chain einzuspielen. Neben immer wieder ausgedehnten Flirts mit dem Publikum folgte der nächste Track Now Who’s Laughing von der „Fresh Mode EP“.

Humoristische Einlagen, bei denen zum Beispiel Dizzy Dustin von der Bühne verschwand, sich mit dem Rest der Crew anfeindete und als Durag-tragender-Gangster auf der Bühne zurückmeldete, durften ebenso wenig fehlen wie weitere sensationelle Cuts’n’Scratches vom jungen Einstein. Dieser sprengte an diesem Abend die Relativitätstheorie und gefiel mir mehr als nur „relativ“ gut. Passend zu Dizzy’s Outfit folgte der Titel Mr. Tough Guy von der „Combo Meal LP“. Back to basics war die ganze Show angelegt und deshalb durfte das Stück I Did It Like This – zu dem das Publikum den Chorus beisteuerte, keinesfalls fehlen. Eine Hommage an die Beastie Boys und die textliche Variation von Biz Markie’s Nobody Beats The Biz auf Nobody Beats The Diz waren nur ein Teil der Respektserweisung an die traditionellen Rapacts.

Als Zugabe des rundum sehenswerten Auftrittes von U.D. kam natürlich noch der Überhit Everybody C’mon, ehe der Spaß mit dem nachdenklich-sphärischen Track Journey To Anywhere vom gleichnamigen Album langsam ausklang. Bleibt nur zu hoffen, dass kein Politiker im Zuge der Vogelgrippe Stallpflicht für Ugly Duckling auf dem Rest der Deutschland Tour fordert.

Andreas Margara (6. April 2006)

Ein Kommentar

  1. Pingback: Weinheim - Blog - 07 Apr 2006

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