Disco Boys im Interview

discoboystw06_1__4_Mit eurem Mix aus Disco Vinyl mit aktueller House Music seid ihr gern gesehener Gast auf elektronischen Großveranstaltungen wie der Loveparade oder der Mayday. Was versprecht ihr euch von der diesjährigen Time Warp?

Auf der Mayday haben wir nun schon zwei Mal die Erfahrung gemacht, dass wir auch mit unser Idee von Housemusic Massen begeistern können und der Rückgang der härteren Beats im Clubbereich begünstigt diesen Trend. Für uns ist die Time Warp etwas Neues und wir sind gespannt, ob wir dort etwas Ähnliches wie auf der Mayday erleben.

Ihr tretet stets im Partnerlook auf und sorgt allein schon durch eure Aufmachung für Partystimmung. Wie eng ist bei euch Animation und Entertainment mit der Musik verwurzelt?

Um unser Konzept zu unterstreichen und ihm auch ein Gesicht zu geben, hatten wir vor 11 Jahren die Idee, dass auch durch unser Äußeres zu tun. Dabei sind wir einfach geblieben und so erkennt man uns eben sofort und überall. Das ändert aber nichts daran, dass alles von der Musik ausgeht. Schließlich kommen die Leute ja in den Club um Musik zu hören.

In der deutschen Clublandschaft zählt ihr zu den begehrtesten House-Acts und seid ständig ausgebucht. Jetzt habt ihr schon DJ-Gigs in den USA und sogar in China gespielt. Wie ist die Resonanz dort?

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Die Resonanz im Ausland ist ähnlich wie in Deutschland, aber von Land zu Land aus unterschiedlichen Gründen. In China z.B. sind die Menschen wesentlich begeisterungsfähiger als in Europa oder den USA. Sie sind mit „unserer“ Musik nicht vertraut, aber sehr offen und lassen sich mitziehen. Da wir in erster Linie Vollblut-DJs sind und im Ausland nicht durch Produktionen bekannt, fällt es uns auch nicht besonders schwer, uns die Gunst des Publikums durchs Auflegen zu erarbeiten. Das war in Deutschland schließlich genauso.

Gibt es bei der diesjährigen Time Warp bestimmte Acts, die ihr euch selbst aus der Crowd unbedingt anschauen wollt und dazu auch richtig abtanzt, oder zieht ihr es vor hinter der Bühne im Backstage abzuhängen?

Da wir aufgrund unserer vielen Bookings selten die Gelegenheit haben andere DJs zu hören, werden wir die Möglichkeit natürlich nutzen, und uns umhören. Grundsätzlich interessiert uns alles was passiert. Selten zieht es uns in den ungeliebten Backstage-Bereich. Eher schon ins Hotel, wenn die Müdigkeit sich durchsetzt. Denn morgen ist meistens auch noch eine Nacht.

Neben dem Nummer-1-Hit „For You“ feiert ihr zunehmend weitere Charterfolge. Welche Auswirkungen hat das auf eure Musik, die so einer breiteren Masse zugänglich gemacht wird?

Das kann nur gut für alle sein, da wir nicht nur unsere Musik einer breiteren Masse zugänglich machen, sondern House allgemein. Wir ziehen erfahrungsgemäß viele Leute in die Clubs, die da sonst nicht hingehen würden. Und wir behalten und begeistern sie da. Vielleicht, weil sie das Thema so wie wir es verpacken am besten verstehen. Unsere Sets bleiben inhaltlich die gleichen wie vorher.

Euer Talent als Produzenten wird immer gefragter und ihr habt schon von den verschiedensten Künstlern (u.a. Bootsy Collins, The Lovefreekz, Carolina Marquez) Remix Aufträge erhalten. Habt ihr besondere Wunschkandidaten für die Zukunft?

Haben wir nicht. Aber natürlich ist das große Remix-Ziel einmal Vorbilder der House- und Popszene zu bearbeiten.

Woher bezieht ihr eure 70er Jahre Disco Platten?

Die Sammlung ist seit vielen Jahren für unsere Ansprüche annähernd komplett. Wenn überhaupt, dann begeben wir uns ab und zu auf unseren New York-Besuchen in die staubigen Katakomben einiger Second Hand Plattenläden und sehen an diesen Tagen keine Sonne.

Wen seht ihr als besondere Inspiration?

Eigentlich alles, was ein Cross Over Potential bietet. Nicht zuletzt wir haben im Club bewiesen, dass fast alles geht, was irgendwie mit House kombinierbar ist. Die 80er bieten immer noch einen reichen Schatz an Inspiration, vor allem wenn man sich nicht immer auf die damaligen Top 10 stürzt, sondern mal etwas genauer hinsieht. Ein unglaublich kreatives Jahrzehnt für die Dancemusic. Aber auch Rock oder 90er Jahre Trance ist durchaus inspirierend. Einzelne Künstler kann man dabei kaum nennen.

Andreas Margara (17. März 2006)

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