Saïan Supa Crew (Karlstorbahnhof Heidelberg)

saiansupacrewDurch den Zusammenschluss der drei französischen Rap-Crews Explicit Samouraï (Specta und Leeroy Keziah), OFX (Féniksi, Vicelow und KLR) und Simple Spirit (Sir Samuel und Sly The Mic Buddha) formiert sich 1997 die Saïan Supa Crew in Paris. Ihr besonderes Markenzeichen ist die Fusion genreübergreifender Styles. So wird die HipHop-Basis aus Breakdance, Beatbox, Deejay und natürlich Rap mit einer experimentellen Palette aus Reggae, R’n’B, Dancehall und Soul fließend vernetzt. Speziell aber der Einfluss des Zouk-Styles, bei dem SSC die karibisch-afrikanische Rhythmik eng mit Rap verknüpft, macht jedes Konzert der Crew zu einem absoluten Highlight. Im Zuge der „Hold-up“-Tournee machte die Saïan Supa Crew diesmal auch im Heidelberger Karlstorbahnhof halt, um den Laden ordentlich wegzurocken.

Nach der Vorgruppe Pete Philly & Perquisite breaken sich dann gegen 22 Uhr nacheinander die fünf Saïan Emcees Féniksi, Sly The Mic Buddha, Sir Samuel, Leeroy Keziah und Vicelow zu den Beats von Deejay Fun auf die Bühne und starten mit dem Track Blow vom neuen Album Hold-up die heiße Show im restlos gefüllten Karlstorbahnhof. Das altbekannte Raumseiten splitten bildet da erst den Auftakt in Sachen Lehrstunde für die perfekte Liveperformance. SSC präsentieren nicht nur zu jedem ihrer Titel eine neue ausgefeilte Bühnenchoreografie sondern integrieren mit ihren actionreichen Anweisungen auch das Publikum vollends. Als Einstimmung folgen hauptsächlich Tracks vom zweiten Album X-Raisons wie Soldat, Polices oder X Raisons, begleitet von mehr als nur freudigem Kopfnicken. Nach circa vier Liedern gibt’s immer kurze Verschnaufpausen in Form von Fun’s Scratcheinlagen oder meisterhaften Beatbox Imitationen bekannter Songs durch Sly the Mic Buddah. Ob Anita Ward’s Ring My Bell, Snoop Dogg’s Drop It Like It’s Hot oder Shabba Rank’s Mr. Loverman, nichts bleibt auf der Human Beatbox fehlerfrei nachgespielt.

Häufige Riddim-Wechsel von Rap zu Dancehall, stets begleitet vom souligen Gesang Sir Samuels, bilden das optimale fading für die stets am Limit mitrockende Menge. Auch Stücke wie Le Preuve Par 3 und Raz De Marée vom ersten Long Player KLR, das dem bei einem tragischen Unfall verstorbenen SSC Mitglied KLR gewidmet ist und bei dem auch noch der mittlerweile aus der Crew ausgestiegene Specta mitwirkte, werden an diesem Abend zum Besten gegeben. Vom gleichen Album wird dann schließlich auch noch der Saïan-Superhit Angela performt. Nachdem Feniksi anschließend noch die Crowd dazu bewegt das allerletzte aus sich rauszuholen um die „craziest city“ zu werden, darf Sly the Mic Buddah wieder an sein Instrument das Mic um den Ol’Dirty Bastard-Bumper Shimmy Shimmy Ya astrein mit allen Feinheiten nachzuintonieren.

Gefolgt von einem kurzem Deejay vs. Beatbox Battle spielt die Saïan Supa Crew noch eine Zugabe, ehe der Wahnsinnsauftritt nach etwas mehr als zwei Stunden zu Ende geht und das gefrorene Eis auf den Straßen zum Nachhauserutschen einlädt.

Andreas Margara (3. März 2006)

Link zum regioactive.de-Artikel

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