Basement Jam (Cave 54 Heidelberg)

Cave 54Seit dem 1. September 2003 ist das Cave 54 in Heidelberg nun schon für jeden ersten Montag im Monat feste Institution in Sachen Underground Rap. Dann nämlich ist Basement Jam angesagt und das legendäre Kellergewölbe des ältesten Studenten Jazz-Clubs in Deutschland verwandelt sich zur Open-Mic Cypher und bietet Platz für Live-Auftritte talentierter Emcees.

Die Karlsruher Emcees Mars & Arthur Rayden von Illyricum waren diesmal als Headliner für das erste Jam im Jahr 2006 angesetzt. Support kam von den beiden Basement-erprobten Rappern Silence & Reigm. Nach einem kurzem Deejay warm-up mit 360 Grad Turntablist Cut X ging’s dann auch gleich an die Mics. Leider zogen sich Silence & Reigm auch direkt beim Opener-Track Nemesis (in der griechischen Mythologie die Göttin des gerechten Zorns) den „ungerechtfertigten Zorn“ der Mikrophone zu, die fortan immer mal wieder anfingen etwas störend zu knistern. Doch die Sessions im Cave zeichnen sich gerade durch solche Zwischenfälle aus, bei denen die Masters of Ceremony so noch ihre spontanen Improvisationskünste unter Beweis stellen. Also ging’s unbekümmert weiter mit Der Schlechteste, bei dem sich die zwei Lyricists gegenseitig zum Schlechtesten dissen. Als nächstes folgte Intellektuelle Arroganz, durch die sich wohl zurzeit die wenigsten deutschen Rapper auszeichnen.

Dann war’s an der Zeit für die Performance von Mars, der schon zweimal in Folge das „Battle ums Golden Mic“ im Cave für sich entscheiden konnte und seinem Partner Arthur Rayden. Titel vom neusten Illyricum Album Kombiniertes Wissen und Mars brandneuem Solo-Album Der Kampf mit sich selbst, immer wieder begleitet von freshen Freestyle-Einlagen, sollten als nächstes Folgen. Vor allem durch die ungezwungen-coole Art und die persönlichen Einblicke in den Liedern wissen die Beiden texttechnisch zu überzeugen. Höhepunkt des Auftritts markiert wohl eindeutig der abschließende Track Wer Zum Torch Ist Gawki?, der vor den Augen des anwesenden und sichtlich überraschten Torch performt wird, und der sich in der gecutteten Hook des Tracks selbst rappen hört: „…doch auf den Jams warst du nie da und weißt nicht mal wer Gawki war.“

Zum krönenden Jam-Ausklang wurde dann die Open-Mic Session eingeleitet, bei der sich besonders die Performance-Emcees hervortaten, doch auch einige der Zuschauer ihre Rhyme- und Beatbox-Skills zur Schau stellten. Neben Mitveranstalter First Son präsentierte Chillbert die sensationellsten Vokal-Improvisationen und konnte so auch die meisten Props vom Publikum ernten.

Andreas Margara (5. Januar 2006)

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