Simply Red (SAP Arena Mannheim)

NadlPünktlich zur neuen Albumveröffentlichung von „Simplyfied“ gehen Simply Red im dritten Jahrzehnt ihrer Musikkarriere auf große Deutschland-Tour. Mit bereits über 40 Millionen verkauften Platten zählen sie zu den absoluten Weltstars der Musikgeschichte und zu den wenigen erfolgreichen weißen Soulbands.

Support-Act in der Mannheimer SAP Arena ist Nadja Benaissa, die als Mitglied der ersten deutschen Castinggroup No Angels oder dem Projekt „Sisters Keepers“ bekannt geworden ist. Mit ihren sanften Stücken aus dem im Februar 2006 erscheinenden Album Schritt für Schritt verdeutlicht sie zwar die Schönheit ihrer souligen Stimme, weiß das Publikum allerdings noch nicht mitzureißen.

Ganz anders dann Mick Hucknall. Der Simply Red Frontmann leitet seinen Auftritt ebenfalls mit gefühlvollen Balladen (Your Mirror, For Your Babies) ein und hat das Publikum mit seinem sehr klar ertönendem Soulorgan von Anfang an unter seiner Kontrolle. Begleitet von „Mick we love you!“ Rufen stellt er nach und nach seine Band vor. Neben den Drums und Percussion sind ein Keyboarder, Gitarrist, Bassist, Zwei Backgroundsängerinnen und der herausragende Saxophonist Ian Kirkham am Set. Sowie zwölf Streicherinnen aus Sydney, die eigens für die Balladen in das Spiel einsetzen.

Vor den wechselnden Bühnenbildern, die etwas ausdruckslos den kubanischen Flair der Stadt Havanna vermitteln sollen, verlagert sich nun der eingangs ruhige pop-soulige Sound in jazzig angelehnte Son/Rumba Interpretationen der Simply Red Klassiker. Mit seiner leidenschaftlichen Stimme, die an diesem Tag live unverfälscht perfekt klingt, schafft er es die leicht schwächelnden Neuarrangements vom neuen Album „Simplified“ auszubalancieren. Holding Back The Years, It’s Only Love und The Right Thing reißen die Zuhörerschaft dann endgültig aus den Sitzen und regen den britischen Sänger mit der roten Haarpracht zum ausgelassenen Flirt mit dem Publikum an. Stars und Something Got Me Started sind weitere Songs aus dem schier unerschöpflichen Simply RedHit-Repertoire, die zu den nächsten Begeisterungsschüben bei den Zuschauern führen.

simply1Liebes-Lyriker Mick Hucknall wirkt im Verlauf des Abends zunehmend charismatischer und zeigt sich mir mit grazilen Tanzschritten eher unerwartet als explosiver Entertainer. Darüber hinaus glänzen Simply Red durch ein harmonisches Zusammenspiel zwischen Sänger und Musikern. Nach knapp eineinhalb Stunden ist allerdings abrupt Schluss. Doch nach ausgelassenen Ovationen sind der Mann mit der gefühlvoll markanten Stimme und seine Band schnell wieder zurück auf der Bühne um Zugaben zu spielen. Nach der langen Version von Fairground bekommen die Streicherinnen nochmals Gelegenheit ihre Violinen zum souligen Harold Melvin And The Blue NotesCover If You Don’t Know Me By Now erklingen zu lassen. Damit endet an diesem Abend ein gelungener, sehr emotional inszenierter Auftritt von Simply Red.

Andreas Margara (20. November 2005)

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