Interview mit DJ Tobi und Sabrination

dj_tobi_thru_headphoneDer Mannheimer Deejay Tobi gehört mit zu den Drum’n’Bass Pionieren in Deutschland und genießt auch international höchstes Ansehen. Zurzeit arbeitet er mit Deutschlands Most Talented Female Emcee Sabrination zusammen. Bei der diesjährigen Kings Of The Jungle brachten die beiden mit ihrem gemeinsamen opening Set die Party richtig ins rollen. Für regioactive.de nahmen sie sich die Zeit für ein kleines Interview.

Tobi, wie siehst du  als einer der Drum and Bass Urväter in Mannheim und Deutschland, die Entwicklung der Szene, und, wenn man zurück denkt an (Breakbeat) Zeiten damals im milk! Club, insbesondere die Entwicklung der Szene um Mannheim?

Tobi: Am meisten hat sich, denke ich, die Vielfalt des Angebots verändert. Es gibt wesentlich mehr Clubs und Veranstaltungen. Das ist natürlich nicht immer gut für die einzelnen Veranstalter, da die Leute sehr selektiv ausgehen und das manchmal zu gering besuchten Veranstaltungen führt. Auch gibt es mehr Aktivisten, die verschiedene Sachen machen: Labels, Crews, Produzenten, Veranstalter …

Wie hat sich die Atmosphäre in den Clubs und auf den Partys verändert?

Tobi: In den Clubs herrscht eigentlich immer noch eine gute Atmosphäre, wenn es manchmal auch schwer für den Veranstalter ist, den Laden mit rein deutschem Line up voll zu kriegen. Kommt mir leider manchmal so vor, als würde nur noch der Name zählen und nicht mehr die Party und das Weggehen an sich.

Sabrination, wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Dir und DJ Tobi?

Sabrination sing
© Tobias Pender

Sabrination: Die Zusammenarbeit entstand durch mein erstes Booking im Fight Club, das ich durch MC Dragoon (ebenfalls Mitglied der High Times Family und sehr guter Freund) bekam. Habe mich erst lange geweigert das Mic vor so vielen Menschen in die Hand zu nehmen, tja und dann kam eben der gute Kristof und sagte: Du hast in Heidelberg im Fight Club einen Auftritt – offiziell, also keine andere Wahl. Das habe ich aber natürlich dann mit Freude angenommen. Tobi und ich standen zusammen auf dem Line up, und er kam dann auch nach unserem Set zu mir und lud mich spotan dazu ein, mich doch ab und zu mal bei ihm im Studio blicken zu lassen und eventuell musikalisch etwas auf die Beine zu stellen. So, und seitdem machen wir das auch.

Wie ist so der Stand und das Feedback als Female Emcee, in einem doch eher von Männern dominierten D’n’B Umfeld für dich?

Sabrination: Ich würde sagen, unglaublich gut! Die Resonanz war bisher meistens: „Hätt ich nicht gedacht…“ und „Ey, bin positiv überrascht“. Natürlich gibt es auch weniger gute Kritik, aber ich sehe das als positive Begleitung, um in dem zu wachsen was ich tue. Und eben da es eben eine Männer-Domäne ist, wird es, so wie ich es erfahre, gern gesehen, wenn auch ein
kleines bisschen weiblicher Flair die Szene aufmischt. Man könnte es mit Female DJane´s gleichsetzen.

DJ Tobi
© Tobias Pender

Zurzeit seid ihr bei den regioactive.de Downloadcharts auf Platz 1. und in der Netzparade bei SWR/DAS DING mit „Don’t Look Back“ auf Platz 6., was die positive Resonanz auf eure Produktionen unterstreicht. Was für Projekte habt ihr für die Zukunft geplant?

Tobi: Das mit dem Ersten Platz bei regioactive.de ist natürlich super, und der Einstieg in die DASDING Netzcharts auf Platz 6 ist natürlich auch klasse! Freut uns beide mächtig!

Geplant haben wir natürlich schon einiges. Da sind noch ein paar Tracks, die darauf warten fertig gemacht zu werden. Es wird nicht nur D’n’B sein, sondern auch ein paar Downbeat Geschichten werden wir machen. Auch eine Kollabo mit MC Dragoon bei ein paar Stücken wird noch kommen. Ein neuer Track von mir und Sabrination ist auf www.high-times.org schon online. Natürlich gehört auch das Auftreten zusammen mit zu den Projekten, und ich bin verstärkt dabei ein paar Bookings für uns zu besorgen, um unseren Flow weiter zu verbreiten.

Wie war euer persönlicher Eindruck vom diesjährigen Kings Of The Jungle, was haltet ihr von der Location Maimarktclub und der Organisation dort? (es gab ja Kritik aufgrund zu weniger Sitzmöglichkeiten oder einer fehlenden chill-out area, den WC’s usw.)

Sabrination Finger up
© Tobias Pender

Tobi: Die KOTJ war eigentlich sehr fett. Ich hatte einen riesen Spass. Die Location an sich fand ich eigentlich genau richtig. Die Durchgänge hätten ein bisschen koordinierter sein können. Ein bisschen Deko hätte die Sache natürlich auch noch aufgewertet. Der Sound war der Killer. Ich fand die Anlage mehr als ausreichend. Auf der Bühne hats richtig gezittert wenn die Bässe kamen. Die Beleuchtung war zumindest auf dem main floor auch mit dem Laser recht gut. Die anderen floors hätten ein bisschen mehr vertragen können.
Die Kritik an den Toiletten und Sitzmöglichkeiten ist gerechtfertigt. Dass das mit den Toiletten nicht reicht, hätte klar sein sollen und auch ein paar Sitzmöglichkeiten wären gut gewesen. Ich denke, dass die Veranstalter daraus gelernt haben.

Sabrination: Die Location ist wunderbar groß und wäre es woanders gewesen, hätte es mit Sicherheit noch mehr Platzprobleme gegeben… Sound und Beleuchtung waren fantastisch (und sehr laut), die Kritik an den fehlenden Sitzmöglichkeiten ist natürlich berechtigt, allerdings denke ich da auch: Wer steht, fängt früher oder später an zu tanzen, was sich dann auch auf die Stimmung auswirkt, denn wir sind ja hier auf einer Party! Aber eine Möglichkeit sich zu chillen, wäre ohne Frage von Nöten gewesen, da es keine Fleckchen gab, um seine Ohren mal einen kurzen Moment der Stille zu gönnen, außer sich draußen in die Kälte zu stellen. Die Problematik der Toiletten ist eigentlich überall gleich… es fehlt immer an irgendwas.

Vielen dank an euch beide und weiter viel Erfolg für die Zukunft!

Andreas Margara (10. Oktober 2005)

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