Pal One: „Palwolf“

PalwolfDenkt man an HipHop-Artists aus dem Rhein-Neckar Dreieck, so führt der Weg schnell nach Heidelberg zu den Stieber Twins oder den Oldschool-Legenden Torch und Toni-L von Advanced Chemistry. Doch spätestens mit der Veröffentlichung von Palwolf tritt nun auch Pal One aus Mannheim ins überregionale Rampenlicht der Rapublik.

Pal One – dieser Name steht für direkte und ehrliche Reime mit viel Herz. Schon früh durch Graffiti von der Hiphop Kultur begeistert brachte Stefan Balogh im Jahr 2000 seine erste Maxi über das Mannheimer Label M-Pire Records raus. Es folgten viele Live-Auftritte, mit denen er sich zunehmenden Respekt verschaffte. So kam es 2002 auch zu einem Gastauftritt auf dem Roey Marquis II.-Album Herzessenz, nachdem unter anderem ein Feature mit Jonesmann zustande kam. Ex-Orbitantikum, Was wollt ihr und Mensch bleiben sind die nächsten Etappen bis zum Release von Palwolf 2005 auf Starting Lineup Records. Auf 18 Tracks beweist Pal One hier eindrucksvoll, dass Rap mehr kann, als in oberflächlichen Texten Ruhm und Geld zu zelebrieren. Zukunftsängste, Vergangenheitsbewältigung und Selbstfindung sind die Themen von Palwolf, das seinem 1997 verstorbenem Bruder Andreas Balogh gewidmet ist.

Pal One’s Raptechnik zeichnet sich vor allem durch tiefgründige, locker im Mannheimer Dialekt vorgetragene Reime aus. Gekonnt lässt er diese über die meist auf gepitchten Funksamples basierenden Soundgebilde von Brisk Fingaz gleiten. Neben Beats von CODX, DJ Kool G.Q., Tobeyer und ihm selbst (18. Outro), ließ es sich Großmeister Roey Marquis II. nicht nehmen, ebenfalls einen Beat beizusteuern, der seine typisch mystische Handschrift trägt (06. Ist das wichtig). Einzig rappendes Feature ist mnemonic, der auch aus der Quadratestadt stammt (11. Freiflieger).

Sinn und Persönlichkeit sind auf Palwolf eindeutig vorrangig. Dies reflektieren auch die zum Beispiel aus Good Will Hunting ausgesuchten Filmweisheiten, die Pal geschickt als Skits einsetzt (09. Erkenntnis). Palwolf ist ein Album voller Wahrheit, auf dem sich der 24-jährige P.O. durch Selbstreflexion einer HipHop Szene öffnet, in der Imagepflege und Ausverkauf Hochkonjunktur haben.

Andreas Margara (25. Juli 2005)

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